Die FDP Wandsbek warnt, mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes wolle der Senat im Geheimen eine weitere Bebauung der Hummelsbütteler Feldmark in die Wege leiten. Die SPD dementiert die Gerüchte, bezeichnet sie als „schäbig“ und „Fake News“. Was steckt dahinter?

Die FDP bezieht sich auf die Drucksache 21/16572, in der es um eine Änderung des Flächennutzungsplanes nordlich Poppenbütteler Weg geht. Besonders das Zitat „Mit der Änderung des Flächennutzungsplanes sollen … die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen für Wohnungsbau auf einer Fläche im Randbereich der Hummelsbütteler Feldmark geschaffen werden“ alarmierte die FDP. Soll hier zusätzlich zum kürzlich bebauten Butterbauernstieg noch weitere Natur zur Bebauung freigegeben werden?  „Mancher Bürger, der per Brief schon seine Stimme abgegeben hat für die Bezirksversammlungswahl“, sagt Birgit Wolff, FDP-Spitzenkandidatin in Wandsbek, „wird sich wundern, was da weitgehend unbemerkt vom Rot-Grünen Senat geplant ist – trotz aller Versprechen, die hier vor Ort gegeben wurden, dass die Feldmark des besonderen Schutzes bedarf.“

Als ein weiteres Signal wurde gewertet, dass der Alstertaler SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Tim Stoberock auf eine Bürgeranfrage geäußert haben soll, zwar wolle niemand eine weitere Bebauung der Feldmark, es gebe aber „keine richtige Möglichkeit einer Ewigkeitsgarantie“.

Der so Zitierte wehrt sich nun gegen diese Interpretation: „Leider arbeitet die FDP mit Fake-News und dreht mir das Wort im Munde um“, sagt Tim Stoberock. „Schäbig, selbst wenn man versucht, die 5-Prozent-Hürde bei der Bezirksversammlungswahl zu überspringen. Außerdem suggeriert sie eine weitere Bebauung der Feldmark, rührt damit an einem hochemotionalen Thema und vertieft die Spaltung vor Ort.“

Tatsächlich sei eine weitere Bebauung der Feldmark nicht geplant und im SPD-Wahlprogramm sogar explizit ausgeschlossen.  Die Drucksache, die die FDP zitiert, betreffe stattdessen die 182  Wohnungen in der Feldmark, deren Bau schon zur Hälfte abgeschlossen ist.

Sein Zitat mit der „Ewigkeitsgarantie“ sei in einem ganz anderen Zusammenhang gefallen, wie Stoberock betont: „Wir haben bei einem Treffen der Hummelsbütteler Vereine und Verbände darüber diskutiert, wie man die Hummelsbütteler Feldmark am besten schützen kann. Dabei habe ich darauf hingewiesen, dass man rein rechtlich keine Ewigkeitsgarantie geben kann. Denn ein Landschaftsschutzgebiet hat nur einen relativ niedrigen Schutzgrad. Ein Naturschutzgebiet möchte aber auch kein Beteiligter einrichten, weil man dann in der Feldmark kaum noch Landwirtschaft betreiben könnte. Deshalb habe ich gesagt, dass die stetige Aufwertung der Biodiversität der beste Weg ist, um die Feldmark zu schützen.“ Tatsächlich sei in der Bezirksversammlung gerade ein Antrag der SPD einstimmig beschlossen worden, der Schutzmaßnahmen für die Rote Waldameise in der Feldmark befürwortet.

 


 

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