In der Gedenkstätte Fuhlsbüttel wird in der Lesung ‚Socken, Zwieback und Goethe: Briefe aus dem „Kolafu“‘ am 18.6. um 18 Uhr an den von den Nazis ermordeten Arzt Dr. Hermann da Fonseca-Wollheim erinnert.

„Ausländerfreundlichkeit“ war der Grund für die Verhaftung von Dr. Hermann da Fonseca-Wollheim und seine Einweisung in das KZ Fuhlsbüttel im August 1943. Der Arzt aus Bahrenfeld war denunziert worden, weil er die von ihm betreuten ukrainischen Zwangsarbeiterinnen mit  Zuwendung und Menschlichkeit behandelte. Im KZ Fuhlsbüttel musste er einen Schlafsaal mit ausländischen Gefangenen teilen, genoss jedoch vergleichsweise viele Vorteile.   Er durfte, wenn auch zensiert, Briefe schreiben und empfangen und sich von seiner Ehefrau Käthe mit den wöchentlichen Wäschepaketen Nahrungsmittel und auch Bücher schicken lassen. Am 17. März 1944 wurde Dr. da Fonseca-Wollheim in das KZ Buchenwald verlegt. Dort verstarb er acht Wochen später.

Aus den überlieferten Briefen, Wäschezetteln und unterstrichenen Gedichtzeilen lassen sein Sohn, Dr. Friedrich da Fonseca-Wollheim (Berlin), und seine Enkelin, Dr. Corinna da Fonseca-Wollheim (New York), am Dienstag, 18. Juni 2019, 18-20 Uhr im Suhrenkamp 98 ein einfühlsames Bild von den neun Monaten Gestapohaft in Fuhlsbüttel entstehen. Sie skizzieren den inneren Weg eines Menschen, der im Schatten der drohenden Deportation Halt fand an Büchern, an Wissenschaft und Poesie. Der Abend wird moderiert von Herbert Diercks (KZ-Gedenkstätte Neuengamme).

Einen Flyer dieser und weiteren Veranstaltungen finden Sie online: https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/veranstaltungskalender/#d2019-06-18

Das  Bild stammt aus Familienbesitz und zeigt Dr. Hermann da Fonseca-Wollheim mit seinem Sohn Friedrich.

 

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