Viele Alstertaler Pendler können ein Lied über das Hamburger S-Bahn-Chaos singen. Ein Krisengipfel des Verkehrssenators soll jetzt Abhilfe schaffen. Bringt das was?

Jeder, der schon einmal auf einem überfüllten Gleis am S-Bahnhof Poppenbüttel vergeblich auf den Zug gewartet hat, wer in Wellingsbüttel aussteigen musste, weil das Fahrzeug defekt ist und nicht weiterfahren kann, wer in Klein Borstel auf freier Strecke ohne Erklärung eine Viertelstunde in der überhitzten und überfüllten Bahn stehen durfte, weiß es: bei der S-Bahn Hamburg liegt einiges im Argen.

Dies bleibt mittlerweile noch nicht einmal der Politik verborgen. Schließlich hat die S-Bahn Hamburg, die zur notorisch unpünktlichen Deutschen Bahn gehört, ihr offiziell gestecktes Pünktlichkeitsziel erneut unterschritten. Die Fahrgastbeschwerden über Unzuverlässigkeit, dreckige Züge und schlechte bzw. fehlende Kommunikation häufen sich. Deshalb lud Verkehrssenator Westhagemann Bahnvertreter und zuständige Beamte zu einem Krisentreffen ins Ministerium. Dort wurde vereinbart, dass Staatsrat Andreas Rieckhof einer zukünftigen Arbeitsgruppe vorstehen soll, welche die Aufgabe hat, konkrete Maßnahmen auszuarbeiten.

Die Statements der Teilnehmer hören sich jedenfalls eher nach politischem Wischiwaschi an:

Zur Bewältigung dieser Situation müssen stringente und strategisch kluge Konzepte entwickelt werden, um bei kurzfristigen Problemlagen zügig handlungsfähig zu sein, aber auch um längerfristige Sanierungen während des Betriebs zu ermöglichen.“

(Verkehrssenator Michael Westhagemann)

Es sollen aber auch einige Sofortmaßnahmen getroffen werden, die die DB gleich in die Wege leiten will. Dazu gehören:

  • Weitere Einzäunung von S-Bahnstrecken
  • Sofortprogramm zur Verbesserung der Instandhaltung der Eisenbahninfrastruktur
  • Schienenschleifprogramm für Weichen und Gleise im S-Bahn Netz bis Herbst 2019
  • Aufnahme der Planungen für die Digitalisierung des S-Bahn Netzes, insbesondere Harburg/ S32
  • Sauberkeitsoffensive an den Hamburgischen Bahnhöfen
  • Die Voraussetzungen zur Verbesserung der Fahrgastinformation werden durch technische Lösungen geschaffen
  • Die Sanierung des Bahnhofs Harburg wird bis Ende 2020 fertiggestellt

Ob dies zu einer Verbesserung führt, bleibt abzuwarten, deshalb geben wir Ihnen hier zum Abschluss noch ein wichtig klingendes Zitat einer Bahn-Verantwortlichen auf den Weg.

Mit der Ertüchtigung und dem Ausbau unserer Infrastruktur investieren wir in die Zukunft, um unseren Anspruch an Qualität und Pünktlichkeit zu gewährleisten“

(Manuela Herbort DB-Konzernbevollmächtigte für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein)

Na dann …


 

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1 Kommentar

  1. Wer von ihnen hat ohne tiefer gehende Recherche diesen Bericht geschrieben? „Notorisch unpünktliche Deutsche Bahn“, „wischi waschi“ „noch ein wichtig klingendes Zitat einer Bahn-Verantwortlichen auf den Weg.“ sind verfehlte journalistische Aussagen und Meinungsmache und keine objektive Berichterstattung und Recherche. Sie sollten sich Hintergrundinformationen besorgen, um eine Lage zu verstehen anstatt über plakatives Anprangern und Pauschalisieren zu schreiben. Das ist unprofessionell und ziemlich unfair denen gegenüber, die jeden Tag bei der Deutschen Bahn für Sie den Betrieb machen!.

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