Gerade zu Zeiten des Klimawandels werden die Geländelimousinen oftmals kritisiert. SUV-Fahrer hingegen finden die Aufregung übertrieben. Wer hat recht? Wir diskutieren!

PRO

Wolfgang E. Buss, Verleger

„Es gibt, so der Eindruck vieler Journalisten in unserem Land, drei aktuelle Todsünden: Mit einem Flugzeug zu fliegen, eine Kreuzfahrt zu machen und …? Richtig! Einen SUV zu fahren. Pfui! Darauf haben sich die Kollegen in den meisten Redaktionen eingeschossen. Doch es kommt noch schlimmer: Wir Deutschen lieben diese Autos, haben sie ins Herz geschlossen! Buhh! Man sitzt hoch, hat irgendwie den Überblick auf der Straße und fällt nicht aus der Rolle. Denn die richtig abgefahrenen Autos wie Rolls-Royce, Bentley oder Ferrari sind bei uns Hanseaten völlig verpönt. Da kommen die SUVs wie gerufen! Klimaaktivisten sackt das Herz in die Hose! Und schüren Sozialneid!
Genau wie gegen Kreuzfahrt-Touristen! Nur 300 Kreuzfahrtschiffe gegenüber 35.000 ebenfalls stinkenden Handelsschiffen sind auf unseren Meeren unterwegs, also knapp 1 Prozent! Und genau dieses eine Prozent haben die Redaktionskollegen und Aktivisten ebenfalls auf dem Kieker! Schlimm auch hier: Die Urlauber auf diesem einem Prozent haben Riesen-Spaß auf ihren Kreuzfahrten!
Und was bewirken diese Verunglimpfungen? Ein Gramm weniger CO2-Emisson in der Atmosphäre? Nein, dafür aber eine zunehmend vergiftete gesellschaftliche Atmosphäre!“

CONTRA

Leon Folleher, Redaktionspraktikant (21)

„Dick, durstig und teuer – ein SUV vereint alle Aspekte der automobilen Unvernunft. Trotzdem findet zurzeit ein regelrechter Wettbewerb der Automobilhersteller um das größte Modell statt. Ja, der Wahnsinn geht mittlerweile sogar so weit, dass einige neue Modelle sogar zu breit für die meisten Waschstraßen sind. Das ist an Absurdität doch kaum zu überbieten. Ich als Kleinwagenbesitzer, der sich so verhält, wie es die Umwelt und die Verkehrslage von ihm verlangt, bin für SUV-Fahrer meist nicht mehr als Freiwild. Da leider mit der Größe des Autos die Kompetenz, das Fahrzeug im immer dichter werdenden Großstadtverkehr zu beherrschen nicht mitwächst, kommt es laut dem statistischen Bundesamt überdurchschnittlich oft zu Unfällen mit SUV-Beteiligung. Und ein SUV „gewinnt“ immer gegen den Unfallgegner. Wer sich also so einen „Persönlichkeits-Blasebalg“, also einen SUV, leisten kann, ist im Straßenverkehr zwar sicherer, aber auch sorgloser. SUV-Fahrer leben nach dem Motto „lieber groß, als grün“ und machen gemäß einer Studie des Amtes für Straßenbau durch das enorme Gewicht unsere Straßen schneller kaputt. Außerdem belegen sie stets 2 Parkplätze auf einmal, von denen sie aber bloß einen bezahlen. SUV – Ein sehr unsinniges Vehikel.“

 

 


 

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