Am 7. September 2019 wäre der Mann 80 Jahre alt geworden, der im Jahre 1983 die Welt vor dem atomaren Untergang bewahrt hat. In meinen Augen ist er der größte Held der Menschheitsgeschichte. Und dennoch kennt ihn kaum einer. Sein Name ist Stanislaw Petrow, er war wachhabender Offizier in einer russischen Radar-Station südlich von Moskau, die zur Zeit des kalten Krieges den amerikanischen Luftraum überwachte. 

Am 26. September 1983 um kurz nach Mitternacht meldet Petrows Radar-Frühwarn-System den Start einer amerikanischen Atomrakete Richtung Sowjetunion. 

Kurz zuvor hatten sowjetische Kampf-Jets irrtümlich ein südkoreanisches Passagier-Flugzeug mit vielen amerikanischen Bürgern an Bord abgeschossen. US-Präsident Reagan hatte Sowjet-Russland „das Reich des Bösen“ genannt und die Nato plante, modernste Pershing-Raketen in Europa zu stationieren, was die Sowjets als elementare Bedrohung verstanden. Sie waren extrem misstrauisch. Mit anderen Worten. die Lage war höchst angespannt.

Petrow hätte unverzüglich den Start der US-Rakete in die Kommando-Zentrale nach Moskau melden und damit den sofortigen atomaren Gegenschlag der Sowjetunion auslösen müssen. Es wäre der Beginn eines Infernos gewesen, wahrscheinlich das Ende der Welt. Petrow aber meldet: „Fehlalarm“! In kurzen Abständen registriert sein Frühwarm-System vier weitere US-Raketen Richtung Sowjet-Union. Und wieder meldet Petrow: „Fehlalarm“.

Er sagte später: „Ich vertraute meiner Erfahrung und meinem Gefühl, nicht den Computern.“

Petrow hielt es für unwahrscheinlich, dass die USA einen Atomkrieg mit nur fünf Raketen einleiten würden. Und er hatte Recht. Es stellte sich heraus, dass die Radar-Computer Sonnenreflexionen für Raketen gehalten hatten. Stanislaw Petrow hat die Welt vor dem Untergang bewahrt.

Dennoch  wurde er mit keinem spektakulären Denkmal geehrt. Keine Straße, kein Platz, kein Gebäude, keine Universität wurde nach ihm benannt. 

Denkmäler errichtet man für Krieger – in allen Ländern der Erde. Die Namen der Todes-Profis schmücken unzählige Straßen und Plätze überall auf der Welt, den Namen des wichtigsten Lebensretters der Geschichte kennt kaum einer. Das sollte man ändern.

Hamburg könnte ein Zeichen setzen, indem es z. B. das Institut für Friedensforschung in „Stanislaw-Petrow-Institut“ umbenennt und eine bedeutende neue Straße in der östlichen Hafencity mit seinem Namen schmückt. Das wär’ doch was, ich wäre stolz auf meine Stadt!

Nur mal laut gedacht…

 


 

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