Ursprünglich kommt sie aus Wellingsbüttel, doch mittlerweile steht Sängerin Kate Louisa mit den ganz Großen auf der Bühne – zum Beispiel  heute Abend in der Elphi. Wir sprachen über ihre Herkunft und ihre Gefühle.

Mittlerweile leben Sie zwar in der City, doch Ihre Wurzeln liegen im Alstertal. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Ich bin in Wellingsbüttel aufgewachsen und liebe das ganze Gebiet um das Alstertal herum. Natürlich habe ich gute und schlechte Erinnerungen an die Zeit, jeder trägt seinen Rucksack mit sich, in dem alles liegt, was wir erlebt haben. Insgesamt war es schön, in einer Gegend groß zu werden, die zwar stadtnah ist, aber gleichzeitig einen geschlossenen Kern hat. Meine Freundin und ich haben uns immer ein Tretboot ausgeliehen und weil wir ihren Hund nicht mitnehmen durften, haben wir ihn ein paar hundert Meter weiter im Gebüsch angebunden und ihn dann vom Wasser aus aufs Boot geholt. Dann sind wir zu dritt durchs Alstertal geschippert. Das wäre in der Innenstadt nicht möglich gewesen. Während der Zeit auf dem Gymnasium habe ich Stundenlang mit meinen Mädels Latte Machiatto trinkend im Eiscafé im AEZ gequatscht. Als Teenager war es dann natürlich etwas mühsam, immer nachts vom Kiez wieder zurück nach Hause zu kommen 😉

Das erste Mal vor großem Publikum standen Sie mit Rolf Zuckowski im Hamburger Stadtpark auf der Bühne – da waren Sie 13. Auch in diesem Sommer standen Sie beim W-Festival in Frankfurt mit Namika, Suzi Quatro, Bonnie Tyler und anderen auf der Bühne. War das Gefühl ähnlich?

Mir war schon mit drei Jahren klar, dass Singen etwas ist, das mir Freude macht und womit ich anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Der Auftritt mit Rolf Zuckowski war so was wie ein kleiner Meilenstein, der mir noch mal mehr bestätigt hat, dass ich Künstlerin bin. Natürlich sind solche Auftritte wie der auf dem W-Festival eine besondere Erfahrung. Mit meinen eigenen Songs einen Newcomer-Wettbewerb aus 350 Bewerbungen zu gewinnen und anschließend mit solchen Musikergrößen die Bühne teilen zu dürfen, ist eine Ehre. Vor allem, weil wir gerade mal seit einem Jahr als Band zusammen unterwegs sind. Ich bin sehr dankbar dafür, wie mein musikalischer Weg gerade läuft, und ich glaube, wenn wir alles für unsere Träume tun, können wir sie auch erreichen. Wie Walt Disney sagte: “If you dream it you can do it.”

Was ist da der Unterschied zu kleinen Clubs wie dem kukuun, in dem Sie am 7. November spielen?

Festivals sind tolle Veranstaltungen um sich einem unbekannten Publikum zu präsentieren. Dort kommen Leute hin, die im Zweifel noch nie von mir und der Band gehört haben und können uns neu entdecken. Wenn diese dann nach dem Auftritt CDs kaufen oder mir bei Instagram schreiben, dass ihnen meine Musik gefällt, ist das ein tolles Gefühl. Eigene Club Gigs wie der am 7.11. im kukuun sind sehr intim, und da das Publikum sich bewusst entscheidet, zu meinem Konzert zu kommen, haben wir als Band die Möglichkeit, unser Programm breit aufzustellen. Wir werden völlig neue Songs spielen, die Songs unserer EP in neuem Gewand, halten kleine Überraschungen für das Publikum bereit und können tief mit unseren Zuhörern in die Emotionen gehen.

Ihre neue Single, die am 1. November erscheint, heißt „Tor zur Welt“ und es geht darin um Hamburg. Wie kam es dazu, einen Song über Ihre Heimatstadt zu schreiben?

Als ich den Song geschrieben habe, saß ich am Flughafen auf dem Weg in ein Ayurveda-Camp. Ich hatte zu der Zeit etwas mit meiner Gesundheit zu kämpfen. Ich habe aus dem Fenster geschaut und es hat wie häufig in Hamburg geregnet. Da kam mir die Zeile: „Ich weiß, dass du sehr oft weinst.“ Passte vielleicht auch zu meiner inneren Stimmung zu dieser Zeit. Als ich dann weg war, habe ich gemerkt, dass ich mich wieder auf zu Hause freue, weil es mir Geborgenheit gibt. Wir alle gehen durch Höhen und Tiefen und letztlich ist Heimat für mich etwas, das wir in uns selbst spüren sollten. Wenn wir uns in uns wohl fühlen, sind wir angekommen. Und wenn wir dann noch einen Ort auf der Welt haben, an dem wir uns sicher fühlen, an den wir immer zurückkommen können, stärkt uns das. Das muss nicht immer die Stadt sein, in der wir aufgewachsen sind. Ich denke, jeder von uns hat seinen individuellen Ort, von dem aus er ins Leben gestartet ist, an dem unsere Erinnerungen liegen und zu dem er sich verbunden fühlt: Unser persönliches „Tor zur Welt“!

Am 3. November sind Sie beim Benefizkonzert zum 25-jährigen Jubiläum der Michael-Stich-Stiftung in der Elphi dabei. Was bedeutet Ihnen der Auftritt dort?

Als ich die E-Mail von Michael Stich bekam, dass er meinen Song „Schwerer Rucksack“ im Radio gehört hat und mich gerne bei seiner Jubiläums-Gala „Voice for Children“ dabei hätte, habe ich mich sehr geehrt gefühlt. Zum einen ist es ein Wahnsinns-Gefühl, als Hamburgerin auf der Bühne im großen Saal der Elphi meine eigenen Songs zu singen und das neben so talentierten und etablierten Künstlern aus der Branche. Zum anderen empfinde ich den Stiftungszweck der Michael Stich Stiftung als sehr wichtiges Thema. Den Kleinsten und Schwächsten eine Stimme zu geben, gerade in der heutigen Zeit, in der es schon gute Behandlungsmöglichkeiten für HIV-infizierte Menschen gibt, um gegen die Krankheit anzukämpfen und ein Leben ohne Ausgrenzung zu führen. Ich freue mich unglaublich auf diesen Auftritt und bin Michael Stich dankbar, ein Teil dieser Veranstaltung zu sein.

Mehr Infos zu Kate Louisa, ihrer Musik und ihren Tourdaten gibt’s auf ihrer Website!
Foto: © David Goetz

 


 

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