Sängerin, Moderatorin und Fitnesstrainerin – Wahl-Hamburgerin Fernanda Brandão macht nun auch als Buchautorin auf ein Thema aufmerksam machen, das uns alle betrifft: Naturerhalt, vor allem im Regenwald.

©Michaela Kuhn // Fernanda Brandao, KAXINAWA Meine Reise zurück zu mir, Edel books, Klappbroschur, 208 Seiten, 17.95 Euro

Alster Magazin: Liebe Fernanda, du hast ein neues Buch geschrieben und ein Charity-Projekt gegründet. Worum geht es und wie kam es dazu?
Fernanda: In meinem Buch „KAXINAWA – Meine Reise zurück zu mir“ geht es um meine Erfahrungen im Amazonas Regenwald und das Zusammenleben mit dem indigenen Volk der Huni Kuin, auch als Kaxinawa bekannt. Diese Aufenthalte haben meine Sichtweise auf viele Dinge im Leben geändert, vor allem auf unseren Umgang mit der Natur. Gemeinsam mit den Indigenen habe ich das Projekt „Children of the Forgotten“ gegründet, wo es um den Aufbau nachhaltiger Infrastruktur und Bildung geht.
Wie kamst du auf die Idee?
Seit vier Jahren besuche ich die Indigenen und durch sie habe ich gelernt, was der Amazonas-Regenwald für sie und unseren Planeten bedeutet. Ich lernte ihre Kultur, ihre Traditionen und ihr unglaubliches Heilwissen kennen. Genauso auch wie ihre Nöte, Lebensumstände und Schwierigkeiten. Sie haben mich gebeten diese Informationen in die Welt zu tragen. Ein Zeitungsartikel oder Social Media Post wäre dem Ganzen nicht gerecht geworden. Um ihre Geschichte vollständig zu erzählen, musste ich weiter ausholen und berichten, wie es mein Leben bereichert hat.
Wie war es für dich, die Lebensverhältnisse vor Ort zu erleben?
Es war wunderschön und allarmierend zugleich. Im Regenwald verabschiedet man sich von Allem, was für uns Zivilisation bedeutet. Alles was uns ein Gefühl von Komfort, Kontrolle oder Sicherheit gibt, ist dort nicht vorhanden. Menschen, die in Brasilien als unzivilisiert oder primitiv diskriminiert werden, sind diejenigen, die mich vor Ort und den Regenwald für uns alle beschützen und dabei am verwundbarsten sind.
Hat sich etwas für dich seither persönlich verändert?
Meine Erkenntnis, dass wir Menschen Natur sind. Wir stehen nicht an der Spitze, sondern sind Teil eines Systems, von dem unser Überleben abhängt. Das Gleichgewicht zwischen dem Erhalt der Natur, unserem technischen und wirtschaftlichen Fortschritt muss ausgeglichen bleiben. Ich werde mich mit all meiner Kraft dafür einsetzten, dass ihr Habitat erhalten bleibt und die Indigenen den Regenwald nicht verlassen müssen.
Wie geht es nun weiter?
Wir haben zwei Brunnen im Jahr 2018 mit Viva con Agua gebaut. Ein Brunnen kostet um die 6000 Euro. An dem Abend der Buchvorstellung konnten wir über 18.000 Euro einnehmen und somit weitere 3 Brunnen sichern. Diese werden im nächsten Jahr fertiggestellt. Teile der Erlöse des Buches spende ich privat an das Projekt. Somit sind es inzwischen 5 Brunnen. Es gibt insgesamt 36 Dörfer in dieser Region – also haben wir noch eine Menge Arbeit vor uns. Ich bin unheimlich dankbar für die Unterstützung und Zusammenarbeit von allen Beteiligten. ks

©Roman Rütten // Die Reise geht nach Brasilien zu einem indigenen Volk im Amazonas-Regenwald.

 

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