Hamburgweit sind wieder vermehrt Trickbetrüger unterwegs, die gezielt ältere Menschen um ihr Hab und Gut bringen. Was sie jetzt wissen müssen!

Die Fachdienststelle des LKA für Trickbetrug/-diebstahl (LKA 433) hat in den vergangenen Tagen jeweils 40-50 angezeigte Taten verzeichnet. Besonders  auffällig ist derzeit, dass Anwohner von Seniorenwohnanlagen von den Betrügern kontaktiert werden.

Die Betrüger stellen sich nach wie vor bei ihren Anrufen bevorzugt als Polizeibeamte vor und nutzen den amtsimmanenten Vertrauensvorschuss, der bei diesen Berufsgruppen insbesondere noch bei älteren Mitbürgern vorhanden ist (sogenannter „Call-Center-Betrug“ oder „Falscher Polizeibeamter“).

Die Betrüger beziehen sich in Ihren Anrufen auf vermeintliche Einbrüche oder andere Eigentumsdelikte in der näheren Umgebung der Senioren und geben vor, das Hab und Gut der Angesprochenen in Sicherheit bringen zu wollen.

Hierzu wird ein Polizeibeamter angekündigt, der zur Sicherung Geld und Wertsachen abholen wird, alternativ soll das Geld an öffentlichen Orten zur Abholung deponiert werden. Häufig werden die älteren Menschen auch aufgefordert, in einem angeblichen Ermittlungsverfahren mitzuwirken und so bei der Ergreifung
der Täter mitzuhelfen.

In einer dieser Varianten werden die örtliche Polizei und auch Mitarbeiter der Banken und Sparkassen als korrupt und ebenfalls kriminell dargestellt, um die Senioren systematisch zu verunsichern. Darüber hinaus werden sie häufig unter enormen Zeitdruck gesetzt, damit die Angerufenen kaum Zeit haben, das Gehörte zu
verarbeiten und kritisch zu hinterfragen.

In einem aktuellen Fall wurde ein 85-Jähriger in einem Anruf zunächst mit der „Enkeltrick-Masche“ zur Bereitstellung einer höheren Bargeldsumme aufgefordert. Kurze Zeit später erhielt er einen erneuten Anruf, angeblich von einem Mitarbeiter des LKA. Dieser teilte dem Geschädigten nun mit, dass es sich bei dem zuvor erfolgten Anruf um eine Betrugsmasche gehandelt habe. Um die Betrüger nun festzunehmen zu können wurde der 85-Jährige aufgefordert, das Geld wie zuvor vereinbart an einem öffentlichen Platz bereitzustellen. Dieser Aufforderung kam der Geschädigte nach. Als keine erneute Kontaktaufnahme von Seiten des „LKA“ erfolgte, wurde der Geschädigte nun misstrauisch und kontaktierte die Polizei.

Die Polizei weist erneut darauf hin,

  •  dass die Polizei niemals Informationen zu Bankdaten,
    Kontoständen oder Inhalten von Schließfächern erfragt. Auch fragt sie
    nicht nach Verstecken von Wertsachen und Geld.
  •  dass die Polizei Menschen niemals unter dem Vorwand,
    Ermittlungsbehörden unterstützen zu müssen, unter Druck setzt!
  •  dass die Polizei niemals auffordern würde, Geld von der Bank
    abzuheben und dieses im Haus für eine Übergabe zu deponieren oder an
    einen vermeintlichen Polizisten zu übergeben.

Sollten Sie derartige Anrufe erhalten:

  •  Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und nehmen Sie sich Zeit, die
    Anrufe zu überdenken.
  •  Wenden Sie sich an eine Person Ihres Vertrauens und erzählen Sie
    ihr von den Anrufen – egal, welche Anweisungen Sie vom Anrufer
    erhalten haben!
  •  Wählen sie die 110 (oder eine eigens recherchierte Nummer) und
    sprechen Sie mit der richtigen Polizei!

 


 

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