So ganz kann Satiriker Hans Scheibner sein Weihnachts-Erfolgsprogramm nicht enden lassen! Wir sprachen mit dem 83-jährigen Ohlstedter über sein Oma-Revival, die Dummheit und Weihnachtsfreuden als Opa!

Als wir uns im letzten Jahr sprachen, sagte Sie, Sie wollten Ihr Erfolgsprogramm „Wer nimmt Oma“ beenden. Und nun gibt es ein ganz neues Programm mit einigen Gastspielterminen. Was hat Sie bewogen, der Oma noch mal eine Chance zu geben?

Es sieht natürlich etwas inkonsequent aus, Oma noch einmal wieder aufleben zu lassen. Aber so ist es ja nicht: Diesmal kommt eine neue Oma, sozusagen eine „Ausbruchs-Oma“. Sie haut auch nicht nach Mallorca ab, sie will nur ihren „Mozart“ wiederhaben – und der ist seinerseits aus der Gefangenschaft entflohen. Mehr wird noch nicht verraten. Es kamen so viele Nachfragen nach unserem Weihnachts-Programm, dass wir einfach Lust hatten, eine kleine, exklusive Fortsetzung für unsere Lieblingsveranstalter auszudenken.

Gab es im Laufe des vergangenen Jahres ein gesellschaftliches oder politisches Ereignis, bei dem Sie instinktiv sagten: „Das muss ich jetzt aber doch noch auf die Bühne bringen“?

Die deutsche Bundes-Oma, wenn man sie mal so nennen darf, hört zwar auch auf in diesem Jahr, aber ans Aufgeben denkt sie ja auch nicht. Die größte Sensation des Jahres bis heute? Das war das 6:2 des HSV über den VFB Stuttgart. Dumm nur, dass es so eine kurze Sensation war. Drei Tage später hieß es schon wieder 1:2. Die 23 % in Thüringen waren für mich keine Sensation. Genauso wenig wie die ersten Versuche von CDU-Abgeordneten, mit der AfD zu koalieren. So hat es doch schon einmal begonnen in unserem Lande. Wenn es so weitergeht, kriegen wir den Wahnsinn auch noch einmal hin. Dann gibt es in 20 Jahren wieder neue Kranzniederlegungen an Judengräbern oder KZ-Gedenkstätten. Wir sind ja das Volk der Dichter und Denker und Schiller hat gesagt: „Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens“

Haben Sie in diesem Jahr überhaupt genug Zeit, selbst das Weihnachtsfest zu genießen? Wie wird es bei Ihnen dieses Jahr aussehen? Schließlich sind Ihre Frau und Sie ja mittlerweile selbst Oma und Opa…

Wir werden in diesem Jahr endlich mal über die Weihnachtstage Zeit haben, selber schrecklich gemütliche Weihnachten zu feiern. Zum ersten Mal spielen wir mit der Holzeisenbahn und ziehen den Enkel mit dem Bobbycar um den Weihnachtsbaum. Unser Pianist Berry Sarluis kommt extra zum Festessen angereist und wir werden ihn sehr überreden, nur für uns ein Weihnachtsmedley zu spielen. Und ich persönlich werde immer zuversichtlicher ein gutes politisches Ende zu mitzuerleben, denn wenn man erst 83 ist, wird das gute Ende immer wahrscheinlicher.

Was erwartet das Publikum beim neuen Programm?

Wie gesagt, eine neue Oma mit neuer Energie und neue satirische Geschichten und Liedern aus dem Alltag. Oma Petra und Tante Raffaela (vom Enkel Mateo) sind auch wieder dabei. cl

Infos und Termine gibt’s auf der Website von Hans Scheibner!
Foto: Scheibner

 


 

Anzeigen-Spezial

Schreiben Sie einen Kommentar