Wo ist das Leben für ältere Menschen am angenehmsten? Diese Frage hat sich das ZDF im Rahmen einer großangelegten Deutschland-Studie gestellt. Wir haben die Daten unter die Lupe genommen. 

Wer bewertet, ob ein Leben gut oder schlecht ist? Ist der Wohnort im Zweifel nicht völlig egal, solange man privat glücklich ist? Und ist es ohnehin nicht Typsache, was man als älterer Mensch von seiner Umwelt erwartet?

Nicht ganz. Denn tatsächlich gibt es mehrere klar benennbare Faktoren, die die Lebensverhältnisse deutscher Senioren direkt oder indirekt verbessern – oder zumindest das Potenzial dafür haben.

Für eine Studie hat das ZDF diese Faktoren in insgesamt 20 verschiedene Lebensbereiche unterteilt und die 401 kreisfreien Städte und Landkreise Deutschlands daraufhin untersucht. Die Analyse drehte sich unter anderem um Fragen zu den Wohnkosten, der Ärztedichte oder auch den Freizeitangeboten – mit einem interessanten Ergebnis.

Im Osten lebt es sich gut

Mit 141,5 von möglichen 200 Punkten bietet die thüringische Großstadt Jena das beste Gesamt-Paket für deutsche Senioren. Überzeugen konnte die Universitätsstadt vor allem mit ihren vielen Erholungsflächen sowie einer sehr guten Gesundheitsversorgung.

Das zweitplatzierte Suhl, immerhin Deutschlands Stadt mit der ältesten Bevölkerung (Altersdurchschnitt 50,5) und ebenfalls in Thüringen liegend, punktete vor allem mit günstigen Wohnkosten. Generell reihten sich gleich mehrere ostdeutsche Städte auf den vorderen Rängen ein. Verantwortlich hierfür ist die Kombination aus hervorragender Bausubstanz, bezahlbaren Mieten und einer sehr guten Infrastruktur.

Hamburg:  Nur im Bereich Gesundheit solide

Die Lebensverhältnisse Hamburger Senioren lassen hingegen mehr als genug Luft nach oben. Mit lediglich 107,6 Punkten landete die Hansestadt auf einem abgeschlagenen 281. Platz. Wie kann das sein?

Schaut man auf den Bereich der Gesundheit und Pflege, ist Hamburg durchaus gut aufgestellt. Speziell die Dichte an Hausärzten, Apotheken und Krankenhäusern sticht positiv heraus. Auch die Erreichbarkeit von Supermärkten und die Breitbandverfügbarkeit sind überdurchschnittlich gut.

Sind Hamburgs Senioren sicher?

Düster wird es jedoch, wenn es um die Themen Grundsicherungs- und Zuwanderungsquote von Menschen über 65 Jahren geht. In beiden Fällen schrammte man nur knapp am letzten Platz vorbei. Selbiges gilt für die Anzahl verheirateter Senioren im Hamburger Stadtgebiet, die verglichen zum Durchschnitt sehr gering ist.

Ebenfalls negativ wirkten sich die hohen Wohnkosten sowie fehlende Sport- und Erholungsmöglichkeiten auf das Gesamtergebnis aus.

Als besonders erschreckend erwies sich die Statistik jedoch im Punkt „Kriminalität gegen Senioren und Seniorinnen“: Platz 385 von 401 spricht eine allzu deutliche Sprache. Fest steht nach der Veröffentlichung der Studie jedenfalls, dass noch einiges dafür getan werden muss, damit sich Hamburgs Senioren in ihrer Heimat wohler und sicherer fühlen.


 

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