Zum 16. Mal gibt der Botanische Sondergarten Wandsbek das Ergebnis der Wahl zur „Giftpflanze des Jahres“ bekannt. Im Dezember 2019 endete eine 200tägige Abstimmung. Die Tollkirsche ging daraus als Siegerin hervor.

Ziel der Aktion ist, dass sich Menschen kritisch mit dem Thema „Giftpflanzen“ auseinandersetzen, Fragen stellen und sie gegebenenfalls auf die giftige Wirkung einiger Pflanzen aufmerksam gemacht werden. Pflanzen mit giftigen Inhaltsstoffen haben keinen Makel, daher sollten sie grundsätzlich nicht aus den Gärten und der Natur entfernt werden.

Über die Giftpflanze des Jahres 2020:

Die Tollkirsche ist ein Nachtschattengewächs und ist sehr stark giftig. Der Gattungsname stammt von der Schicksalsgöttin Atropos. Bei dieser Pflanze stellt sich wieder die spannende Frage: Woran kann man eigentlich eine Giftpflanze erkennen? Antwort: Es gibt keine verbindlichen Eigenschaften, die alle Giftpflanzen haben. Die meisten haben einen bitteren Geschmack, die Tollkirsche jedoch nicht. Auch wenn man sich von einem Laien die Pflanze beschreiben lässt, hört man Pflanzeneigenschaften, die auf Sträucher oder Bäume zutreffen. Diese treffen jedoch nicht auf die Tollkirsche zu, die als Staude (nicht verholzende mehrjährige Pflanze) anzutreffen ist. Die ersten – gut sichtbaren – Vergiftungserscheinungen sind geweitete Pupillen und die Lichtempfindlichkeit der vergifteten Person. Dies brachte der Pflanze auch den Artnamen belladonna – schöne Frau – ein. Früher galten Frauen mit großen Augen und geweiteten Pupillen als besonders attraktiv. Diese Eigenschaft wird für Augentropfen zur Untersuchung beim Augenarzt noch heute eingesetzt.

Die Pflanze wird etwa 50 bis 150 cm hoch, an gut gedüngten Standorten auch bis 200 cm. Sie hat dunkelviolette Blüten, die Früchte sind schwarz glänzend. Es gibt auch eine Variante mit hellgelben Blüten und mattgelben Früchten (Atropa belladonna var. lutea).   Foto Helge Masch

Weitere Informationen gibt es hier.

Erste Hilfe bei Vergiftungen:

Bei dem geringsten Verdacht einer Vergiftung wird empfohlen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben. Auch die Giftinformationszentralen sind kompetente Ansprechpartner, die rund um die Uhr erreichbar sind und Auskunft geben. Im Notfall ist beispielsweise das Giftinformationszentrum Nord erreichbar unter der Telefonnummer 0551 / 19240.

Es geht weiter und jeder kann mitmachen

Die Aktion „Giftpflanze des Jahres“ geht weiter. Bis zum 20. Mai 2020 können Vorschläge für die Wahl der Giftpflanze des Jahres 2021 eingereicht werden. Aus diesen Vorschlägen wird je eine giftige Nahrungspflanze, eine Staude, ein Gehölz und eine Kübel-/Zimmerpflanze sowie eine ein-/zweijährige Pflanze zur Wahl gestellt.

Vorschläge können über dieses Online-Formular unter oder unter der Telefonnummer 040 – 693 97 34 eingereicht werden. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich für den Themen-Newsletter Giftpflanzen einzutragen.

Die Wahl der „Giftpflanze des Jahres“ 2021 beginnt am 1. Juni 2020 und endet am 15. Dezember 2020.

Neu ist, dass ab sofort auch Materialien für externe Wahllokale, zum Beispiel in Naturerlebnishäusern, und Arbeitsmaterialien für die Thematisierung und Abstimmung in Schulkassen zur Verfügung gestellt werden.

 

 


 

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