Eines der größten deutschen Tennistalente kommt aus Wellingsbüttel: Ella Seidel. Sie wurde bereits mit 14 Jahren deutsche Meisterin und nahm bei den Europameisterschaften 2019 teil. Ella ist die Nachwuchshoffnung schlechthin. Unsere Praktikantin Hanna Dreyer sprach mit dem
Tenniscrack über Entbehrungen, Vereinbarkeit von Training und Schule sowie ihre Ziele.

AlstertalPlus: Früher hast du neben dem Tennis auch noch Hockey gespielt, dich dann aber für Tennis entschieden. Warum für diese Sportart?

Ella Seidel: Auf jeden Fall war das eine schwere Entscheidung, weil mir Hockey und Tennis gleich viel Spaß gemacht haben. Allerdings mag ich lieber den Einzelsport, da ich alleine für das verantwortlich sein möchte, was ich gerade mache und ungern von einem Team abhängig bin.

Wie alt warst du, als du angefangen hast Tennis zu spielen?

Sechs Jahre. Mein Vater hat auch gespielt und ich bin häufiger mitgegangen. So kam ich zum Tennis.

Für den Sport hast du im 8. Schuljahr sogar die Schule gewechselt. Ist dir diese Entscheidung leicht gefallen und welche neuen Möglichkeiten bietet dir die neue Schule?

Auf keinen Fall war die Entscheidung leicht, da ich eine super nette Klasse hatte und viele Freunde. Außerdem war die Schule nicht weit weg, ich konnte immer mit dem Fahrrad dorthin fahren. Meine neue Schule ist jetzt in Dulsberg und ich muss nun immer mit dem Bus fahren. Aber es ist eine von wenigen Sportschulen in Hamburg und ich kann morgens vor der Schule trainieren. Und würde mir Tennis nicht so viel bedeuten, hätte ich auch nicht die Schule gewechselt.

Du hast einen vollem Trainings- und Turnierkalender und somit kaum Zeit für Freunde. Wirst du manchmal neidisch, wenn du siehst, dass deine Freunde shoppen gehen?

Manchmal, wenn ich Instagram-Stories sehe, frage ich mich schon, warum ich das hier überhaupt mache. Vor allem, wenn etwa ein Training nicht so gut lief und ich keine Lust mehr habe, an dem Tag noch meinen Schläger in die Hand zu nehmen. Aber trotzdem ist Training das, was mir am meisten Spaß macht in meiner Freizeit. Natürlich treffe ich auch gerne meine Freunde, aber Tennis ist halt mein Leben und deswegen opfere ich auch meine Freizeit dafür.

Du spielst sehr viele Turniere im In- und Ausland. Da müsstest du viele Fehltage auf deinem Schulzeugnis stehen haben. Wie regelst du Sport und Schule?

Auf meiner alten Schule wurde es nicht gerne gesehen, dass ich mal eine Woche nicht da war. Auf meiner neuen Schule ist das kein Problem mehr. Ich bekomme vorher Arbeitsaufträge von meinen Lehrern mit, die ich dann in meiner Freizeit bei den Turnieren machen kann. Anschließend schicke ich die meinen Lehrern über ein Online-Portal. Ich erhalte dann korrigierte PDF-Datei zurück.

Was war dein größter Erfolg und bei welchem Turnier bist du ärgerlicherweise herausgeflogen bzw. hast dich verletzt, sodass du den Titel verpasst hast?

Mein größter Erfolg war im Sommer 2019 in Ludwigshafen, wo ich die deutsche Meisterschaft gewonnen habe. Ein toller Moment. Anschließend konnte ich mit einer weiteren deutschen Spielerin zu den Europameisterschaften nach Tschechien fahren. Dort bin ich im Einzel und im Doppel ins Viertelfinale gekommen, wo ich dann aber leider gescheitert bin. Es war ein bisschen ärgerlich, aber trotzdem war es ein schönes Erlebnis dort mit der Nationalhymne einlaufen zu dürfen. Was schlimm war, war das Finale der Deutschen Meisterschaft im Sommer 2018, wo ich zu einem kurzen Ball laufen wollte und umgeknickt bin und ich dann aufgeben musste, trotz einer Führung.

Was möchtest du in deiner Zukunft erreichen?

Ich würde gerne einmal zur Weltspitze gehören und eins der vier Grand Slam Turniere gewinnen. Top 20 der Welt wäre auch cool, und dafür trainiere ich auch die ganze Zeit. Hanna Dreyer

 


 

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