Die ersten Musikversuche startete er im Keller seiner Eltern, mittlerweile zählt er zu DEN Top-DJs, die Hamburg zu bieten hat. AlstertalPlus hat DJ und Musikproduzent Kai Schwarz in Rothenbaum besucht und mit ihm über wilde Zeiten, Tennis und Klicks gesprochen.

AlstertalPlus: Kai, hattest du schon immer konkrete Ziele, was deinen Berufswunsch angeht?
Kai Schwarz: Ja, ich war wirklich schon immer zielstrebig dabei. Mit 12 oder 13 Jahren hatte ich bei meinen Eltern Platten aufgebaut, da fing’s also schon an. Mein Ziel war es, Toningenieur zu werden, allerdings konnte ich damals keine Noten lesen. Also habe ich erst einmal einen „anständigen“ Beruf, nämlich Radio- und Fernsehtechniker, gelernt. Dazu kam, dass ich nebenbei auch sehr hoch Fußball bei St. Pauli gespielt hatte, somit hatte ich so zwei, drei Sachen in jungen Jahren parallel laufen. Dazu habe ich auch noch gerne Party gemacht und irgendwann musste ich mich dann entscheiden, was ich machen will.
Wann war dein erster Auftritt?
Das ist wirklich eine schwierige Frage. Klar, man hat mal auf Partys aufgelegt. Sagen wir mal so, mein erster Resident Job war mit 18 in einem angesagten Club direkt an der Binnenalster. Da gehörte ich eine Zeit fest zum Inventar. Dann hab ich das Glück gehabt, im Ausland auflegen zu dürfen, was natürlich gehypet wurde. Es gab aber auch immer wieder Tiefen zwischendurch. Vor zehn, fünfzehn Jahren kam’s dann dazu, dass ich zum Beispiel mit David Guetta oder auf der Aftershowparty von Usher auflegen durfte. Dadurch war ich im Gespräch, Produktionen liefen, eins ergab das andere und irgendwann wurde ich dann als „Promi DJ“ abgestempelt. Obwohl mein Durchbruch schon vorher war, war mein größter Hit als Kai Schwarz „What’s up“ in 2018. Vorher kannte man mich noch unter Pseudonymen. Man muss sich vorstellen, dass es damals ja noch kein Instagram gab. Es gab Plakate, CDs wurden verkauft. Heutzutage dienen Spotify und Youtube ja als enorme Promotion und die Likes steigern deine Gagen.
Du bildest zusätzlich ja auch DJs aus, unter anderem hast du auch schon Ex-„Bachelor“ Paul Janke oder Lorielle London unter deine Fittiche genommen.
Das stimmt. Paul war sozusagen mein Erster. Mich sprechen regelmäßig Leute an, ob ich ihnen beim Auslegen helfen kann. Mir ist wichtig, dass die Person auch Bock drauf hat und es wirklich lernen möchte. Ich sage auch einigen ab, wenn ich das Gefühl habe, dass falsche Beweggründe dahinter stehen.
Rollentausch! Wäre die Rolle des Bachelors denn nicht auch etwas für dich?
Tatsächlich hatte ich eine Anfrage für ein neues TV Format, bei dem ich als Senior Bachelor angefragt wurde und mich gegen einen Jüngeren battlen sollte. Ich wollte mal sehen, wie mein Marktwert ist und habe das Casting auch mitgemacht, aber letztendlich weiß man ja nie, wie es ausgestrahlt wird. Ich habe mir so viel aufgebaut, das Risiko, meine Kunden abzuschrecken, war mir einfach zu hoch.
Bist du denn beruflich hauptsächlich in Hamburg unterwegs?
Mittwochs habe ich meinen After Work Club im Tortue, ansonsten bin ich sehr viel unterwegs. Sei es Ostsee, Sylt, München, St. Tropez oder Monaco. Ich produziere aber eben auch viel Musik, z.B. verschiedene Fitnessworkouts, die für Intervalltrainings immer genau auf den Takt sein müssen oder neue Tracks.
Welcher Musikrichtung gehört dein Herz denn wirklich?
Ich bin flexibel. Also ich mag House, von Deep House bis Tech House. Aber auch Future und Electro House. Das ist genau meins, aber eben auch mag ich Old School Black Music oder 90er Musik. Schlager und Karnevalsmusik lehne ich allerdings ab. Rock ist auch nicht so meins. Bei Metall flippe ich allerdings voll aus. Nein, Spaß.
Jetzt wohnst du ja nicht nur am Rothenbaum, sondern hast auch einen besonderen Bezug zum Tennis am Rothenbaum, stimmt das?
Ja, letztes Jahr gab es beim Tennis am Rothenbaum einen neuen Veranstalter. Alles sollte frischer und jünger werden. Ich wurde dann gefragt, ob ich nicht den Titelsong für den Rothenbaum machen kann. Da gab es einen Song aus den 80ern, der unbedingt neu aufgelegt werden sollte. Die Aufgabe war sehr reizvoll, das war schon eine Ehre für mich. Ich bin wirklich Tennis-Fan und spiele auch Tennis. Gelegentlich auch mit Chris von Revolverheld oder Kostja Ullmann für den guten Zweck.

ks

 


 

Anzeigen-Spezial

Schreiben Sie einen Kommentar