Die in Wellingsbüttel aufgewachsene Singer/Songwriterin Anna Depenbusch mag es ruhig und pur. Aus diesem Grund sind auf ihrem neuen Album „Echtzeit“ nur ihre Stimme und ein Klavier zu hören – wie bei ihrer letzten Tour. Auf AlstertalPlus erklärt sie, warum es für sie trotzdem eine Mutprobe war.

Denn passend zum Titel ist die Aufnahme für ihr neues Album – zumindest die für die Vinyl-Version – in Echtzeit abgelaufen. Anna wählte dafür das Verfahren des analogen Direktmitschnitts, genannt direct to disc. Dafür wird live im Studio gespielt und der Tonmeister „schneidet“ alles direkt auf eine Platte. 2x 18 Minuten am Stück, ohne Unterbrechung, ohne Korrektur, denn so lang ist eine Seite einer Vinylplatte. „Das war eine große Herausforderung für mich, eine Mutprobe, die ich aber unbedingt wollte“, sagt die Liedermacherin und liefert den Grund gleich mit: „Ich mag die Unmittelbarkeit von Konzerten. Sie sind für mich immer Echtzeit-Momente, voller Adrenalin, ohne Netz und doppelten Boden mit der einen oder anderen Unregelmäßigkeit. Ich liebe kleine unperfekte Momente, sie gehören dazu und machen das Leben echt. Diese Stimmung wollte ich unbedingt auf die Platte übertragen und habe sie deswegen live eingespielt.“ Ihr siebtes Album ist in Liedermachermanier entstanden, ganz puristisch – die Musikerin und ihr Klavier. „Meine letzte Tour war auch Solo und sie hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, aus diesem Grund wollte ich direkt daran anknüpfen. Ich liebe diese Art der Performance – man kommt raus auf die Bühne, auf der nur das Klavier steht und erzählt Geschichten, plaudert mit dem Publikum und spielt seine Lieder. Ganz pur.“ Am 24.04. in der Laeiszhalle.

Themen sind flüchtige Zwischenmenschlichkeiten, die sie besonders berühren würden. „Das große Gefühl im kleinen Moment, der Zauber des Alltäglichen“, sagt sie lächelnd. Inspirieren lässt sich die 42-jährige Hamburgerin dabei meist von Beobachtungen, auf der Straße oder in Cafés. Dort spinnt sie in ihrer Fantasie um einige Gäste kleine Geschichten. „Ich versuche darin Ebenen zu finden, in die man Dinge hineininterpretieren kann.“ Das sei auch bei „Echtzeit“. „Ein Begriff, den man immer häufiger hört, weil so viel in Echtzeit abläuft, und der mir gut gefällt. Denn er steht auch für echt und authentisch sein. So trete ich in meinen Songs beispielsweise dem Selbstoptimierungswahn entgegen. Warum machen sich manche Menschen damit so wahnsinnig? Zum Leben gehören doch auch Unvorhersehbarkeiten und Unregelmäßigkeiten. Zu viele Leute kämpfen dagegen an, statt zu improvisieren. Die aktuelle Zeit fordert doch aber gerade die Fähigkeit, sich auf neue Begebenheiten einzulassen. Ein bisschen mehr Flexibilität täte allen gut.“ Kai Wehl

Trafen sich im Café des Abaton Kinos: Sängerin Anna Depenbusch und Chefredakteur Kai Wehl.
VERLOSUNG: Das Album „Echtzeit“ von Anna Depenbusch erscheint am 6. März bei Liedland. Wir verlosen 5 Stück per E-Mail über k.wehl@alster-net.de. Einsendeschluss: 06.03.

 


 

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