Ermittler des LKA haben festgestellt, dass wieder vermehrt Anrufe von Trickbetrügern zur Anzeige gebracht werden. In den vergangenen Tagen ist es dabei auch wieder zu sogenannten Schockanrufen gekommen. Diese Masche ist insofern besonders perfide, als die Täter ihre Opfer mit einer emotional stark belastenden Situation konfrontieren. Es wird behauptet, enge Familienangehörige wie ein Enkel oder eine Nichte hätten einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Beispielsweise zur Abwendung einer Haft oder zur Begleichung anfallender Behandlungskosten müsse nun ein höherer Geldbetrag aufgebracht werden.

Einen solchen Anruf erhielt am Dienstagnachmittag auch eine 86-jährige Frau aus Eimsbüttel. Zunächst behauptete eine angebliche Kriminalpolizistin, die Nichte der Seniorin habe einen schweren Verkehrsunfall gehabt. In einem späteren Telefonat behauptete ein weiterer angeblicher Polizist, ein Richter habe inzwischen eine Strafe von 68.000 Euro festgelegt. Sollte das Geld nicht aufgebracht werden, müsse die Nichte für zwei Wochen in Haft. Da die Nichte das Geld aber nicht aufbringen könne, sei sie auf Unterstützung angewiesen. Noch am selben Nachmittag übergab die 86-Jährige vor einem Wohnhaus in der Alardusstraße letztlich über 20.000 Euro an eine Abholerin. Als die Seniorin später mit ihrer Nichte telefonierte, stellte sie fest, dass sie Opfer von Betrügern geworden war. Die Abholerin soll etwa 45 bis 50 Jahre alt, etwa 1, 60 m groß und von schlanker Statur gewesen sein. Sie soll dunkle Haare gehabt und sich als Frau Fischer ausgegeben haben.

Auch die Masche mit dem Hinweis auf angebliche Einbrecher wird weiterhin von den Tätern genutzt. Ebenfalls am Dienstag erhielt beispielsweise ein Senior aus Hohenfelde in den frühen Abendstunden Anrufe von angeblichen Polizisten.

Zunächst behauptete ein angeblicher Kriminalbeamter vom „KDD K4“, es lägen Erkenntnisse über einen bevorstehenden Einbruch bei dem 72-jährigen Mann vor. In einem weiteren Telefonat mit einem angeblichen Kriminalbeamten Schubert, der sich auch als Einsatzleiter des „KDD K 4“ ausgab, wurde der Senior derart geschickt ausgefragt, dass er den Tätern von einem Bankschließfach erzählte.

Darauf aufbauend wurde schließlich behauptet, ein Auszubildender der Bank sei involviert und mache gemeinsame Sache mit den Einbrechern. Am Mittwochvormittag erhielt der Senior weitere Anrufe, nach denen er sein Bankschließfach leerte, um seine Wertsachen in Sicherheit zu bringen. In einem Telefonat in den Abendstunden wurde schließlich behauptet, es habe inzwischen eine Festnahme gegeben und man vermute nun auch, dass sogar die Polizei involviert sei. Man habe Erkenntnisse darüber, dass jemand auf dem Weg zu dem Senior sei, um sich für seine Zusammenarbeit mit der Polizei zu rächen. Auf Aufforderung packte der 72-Jährige daraufhin Wertgegenstände im Gesamtwert von über 100.000 Euro sowie vertrauliche Unterlagen über Passwörter und PIN-Nummern in einen Rucksack.

Diesen übergab er gegen 18:30 Uhr an einer in Wohnortnähe befindlichen Parkbank in Bereich Papenhuder Straße/Armgartstraße an eine angebliche Zivilfahnderin Frau Schubert. Anschließend sollte der Mann zum Polizeipräsidium fahren. Auf dem Weg dorthin erhielt er einen letzten Anruf, in dem ihm mitgeteilt wurde, man habe den Täter festnehmen können und er solle nun doch wieder nach Hause fahren, um den Rucksack zurückzuerhalten. Als sich danach niemand mehr meldete, alarmierte er die Polizei. Die Abholerin des Geldes soll ein südosteuropäisches Erscheinungsbild gehabt haben, etwa 30 bis 35 Jahre alt und etwa 1,65 m groß gewesen sein. Sie soll braune, glatte, zu einem Pferdeschwanz gebundene Haare gehabt und einen Mund-Nasen-Schutz getragen haben.

Auch Fälle des Enkeltricks sind wieder festzustellen. Am Donnerstagmittag erhielt ein 82-jähriger Mann aus Hausbruch einen solchen Anruf. Der unbekannte Täter gab sich als Enkel des Seniors aus und behauptete, für die Reparatur seines Autos insgesamt 12.000 Euro zu benötigen. Weil der 82-Jährige nicht so viel Geld aufbringen konnte, beendete der angebliche Enkel das Telefonat. Als der Mann sich später bei seinem Enkel erkundigte, stellte er fest, dass es sich um einen Betrugsversuch gehandelt hatte.

Hinweise zu den beiden Abholerinnen können unter der Rufnummer 040/4286-56789 beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg oder an jeder Polizeidienststelle abgegeben werden.

Wichtige Hinweise zum Schutz vor Telefonbetrügern:

– Wenn die Polizei Sie anruft, erscheint niemals die Rufnummer 110      im Display.

– Polizeibeamte …

o fordern Sie am Telefon nicht zur Über- bzw. Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen auf.

o befragen Sie am Telefon nicht zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen. Schon gar nicht befragen Polizeibeamte Sie zu Ihren Geldverstecken.

o setzen Sie niemals unter Druck.

o warnen am Telefon nicht vor korrupten Bank- oder Sparkassenmitarbeitern, die es auf die Vermögenswerte auf dem Konto oder im Schließfach abgesehen haben.

ACHTUNG

– Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht      selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern      fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst      zu nennen.

– Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als      Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht      erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige      Verwandte/Bekannte wissen kann.

– Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie      sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie      die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an      und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

– Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert:      Besprechen Sie dies mit  Familienangehörigen oder anderen Ihnen      nahe stehenden Personen.

– Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an      unbekannte Personen.

   – Legen Sie einfach auf, nur so werden Sie den Betrüger los!
 

 


 

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