Freitag, August 14, 2020
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Den Kühlschrank richtig nutzen

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Gerade im Sommer sieht es für die Haltbarkeit vieler Lebensmittel ohne elektrische Kühlung schlecht aus. Doch ein unhygienischer, falsch befüllter oder nicht richtig eingestellter Kühlschrank kann auch dazu beitragen, dass sich Keime verbreiten und gelagerte Lebensmittel vorzeitig verderben. Die Initiative „Zu gut für die Tonne!“ gibt Tipps für maximale Haltbarkeit – insbesondere in der heißen Jahreszeit. 

Auf den ersten Blick lässt sich ein Kühlschrank kaum falsch bedienen. Dabei kann man mit ein paar kleinen Tricks noch einiges für die Haltbarkeit und den Geschmack der Lebensmittel und sogar für den eigenen Geldbeutel herausholen. 

Richtig einräumen: Was gehört wohin? 

Praktisch jeder Haushalt in Deutschland verfügt über einen Kühlschrank. Bei herkömmlichen Modellen schwankt die Temperatur im Innenraum je nach Kühlzone zwischen null und zwölf Grad Celsius. Hier lohnt sich immer mal wieder ein Check mit einem Thermometer, ob die richtige Kühlschranktemperatur eingestellt ist. Der kälteste Ort befindet sich in der Regel auf der Glasplatte direkt oberhalb des Gemüsefachs. Hier herrschen null bis vier Grad. Einige Kühlschränke haben außerdem spezielle Fächer, wie zum Beispiel ein Null-Grad-Fach. Frisches Fleisch und Fisch sind hier gut verpackt am besten aufgehoben. Die obere sowie die mittleren Ebenen sind mit einer Temperatur von etwa fünf bis sieben Grad gut geeignet für die Lagerung von Milchprodukten und zubereiteten Speisen. Verarbeitetes Fleisch, wie zum Beispiel Wurst, lagert in der Mitte des Kühlschranks optimal. Gut verpackt ist sie vor Verunreinigungen geschützt. Obst und Gemüse haben ihren eigenen Platz unten im Gemüsefach. Manche Obstsorten, zum Beispiel Kirschen, sondern ein Reifegas ab und sollten daher getrennt und kühl gelagert werden. Die Kühlschranktüren eignen sich aufgrund der milderen Temperaturen von etwa zehn bis zwölf Grad besonders für Eier, Butter, angebrochene Marmelade oder Säfte. Detaillierte Infos zur richtigen Lagerung der verschiedenen Lebensmittelgruppen gibt es hier

Richtige Lagerung für optimale Kühlung 

Schon beim Einräumen der Einkäufe hilft es, die Lebensmittel mit entsprechendem Abstand auf den Kühlebenen zu platzieren. Denn: Kühlschränke funktionieren durch Luftzirkulation, die den eingelagerten Lebensmitteln die Wärme entzieht und diese nach oben abtransportiert. Das funktioniert am besten, wenn der Kühlschrank nicht überfüllt ist. Es lohnt sich daher immer, noch einmal genau zu prüfen, welche Lebensmittel wirklich im Kühlschrank gelagert werden müssen. 

Manche Obst- und Gemüsearten wie Tomaten oder exotische Früchte verlieren bei zu niedrigen Temperaturen eher an Geschmack, verderben schneller oder beeinflussen in der Nähe gelagerte Lebensmittel – durch den Ausstoß von Reifegasen beziehungsweise hinsichtlich des Geruchs oder Geschmacks. Wer sich heiße Sommertage mit Exoten wie Ananas oder Melone versüßen möchte, tut gut daran, die Reste der Frucht in einem separaten Behältnis und mit der Schnittfläche nach unten im Gemüsefach zu verstauen. Dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass die angeschnittenen Oberflächen von zirkulierenden Keimen befallen werden. 

Hygiene ist alles 

Die Luft im Kühlschrank ist in ständiger Bewegung. Das fördert nicht nur den Kühleffekt, sondern verteilt im Zweifel auch Keime, Pilzsporen und Bakterien großflächig unter den Lebensmitteln. Deshalb ist es wichtig, Keimen keinen Nährboden zu bieten und den Innenraum regelmäßig zu putzen. 

Bevor man die Einkäufe verstaut, sollte man Obst, Gemüse, dreckige Verpackungen und nicht zuletzt die eigenen Hände sorgfältig reinigen. Um die Verteilung von Keimen einzudämmen, hilft es, angebrochene Speisen luftdicht zu verpacken – beispielsweise in Glas- oder Metallboxen. Von Schimmel befallene Früchte und anderweitig verdorbene Lebensmittel sollten schnellstmöglich rückstandsfrei aus dem Kühlschrank entfernt werden. 

Einmal im Monat sollte man den Kühlschrank ausräumen und sorgfältig reinigen. Dafür braucht es keine aggressiven Putzmittel und keine rauen Schwämme. Ein frischer Putzlappen und ein Eimer Wasser mit einem Spritzer Allzweckreiniger, Spülmittel oder Essig entfernen einen Großteil aller Keime und Verunreinigungen. Weitere Tipps zur Kühlschrankreinigung GIBT ES HIER.

Eiskalt Geld sparen 

Nicht zuletzt lässt sich durch eine nachhaltige Lagerung von Lebensmitteln sowie den richtigen Umgang mit Kühlschrank und Eisfach auch bares Geld sparen: Vereiste Kühlfächer kosten unnötig Energie, da die Kälte zunächst durch die Eisschichten in den Innenraum gelangen muss. Auch kann der entstehende Reif frischen Lebensmitteln schaden. Es empfiehlt sich daher, den Kühlschrank bei Bedarf regelmäßig abzutauen – beispielsweise bevor es in den Sommerurlaub geht oder in kalten Winternächten. Für eine möglichst niedrige Stromrechnung hilft es außerdem, die Kühlschranktüren selten zu öffnen und Nahrungsmittel wohlüberlegt zu entnehmen. Jedes Öffnen treibt die Temperatur im Innern nach oben, die anschließend wieder heruntergekühlt werden muss. Generell verbrauchen Kühlschränke mehr Strom, wenn sie in unmittelbarer Nähe zu wärmeabgebenden Küchengeräten wie Herd oder Spülmaschine beziehungsweise in der direkten Sonne stehen. Auch ist es sinnvoll, regelmäßig die Gummidichtungen an der Tür zu kontrollieren und wenn möglich das Lüftungsgitter an der Rückseite des Kühlschranks zu entstauben.

Hintergrund

Zu gut für die Tonne!

Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, sechs Millionen davon allein in Privathaushalten. Wie Verbraucherinnen und Verbraucher die Lebensmittelverschwendung reduzieren können, zeigt Zu gut für die Tonne! bereits seit 2012. Mit der in 2019 beschlossenen Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung rückt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft neben den Privathaushalten auch die Sektoren Primärproduktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie Außer-Haus-Verpflegung stärker in den Fokus. Ziel ist es, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung in Deutschland auf Handels- und Verbraucherebene zu halbieren und Lebensmittelabfälle entlang der Produktions- und Lieferkette zu verringern. Unter www.zugutfuerdietonne.de finden Interessierte Fakten zur Lebensmittelverschwendung, Tipps für einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln sowie kreative Rezepte für beste Reste. 

 

 


 

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