Freitag, 07. August 2020
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Spannendes aus der Heimat

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Im 120. Jahr des Bestehens des Alstervereins ist gerade der 93. Band des Jahrbuches erschienen. Trotz der Corona-Pandemie haben konnten die bewährten Autoren wieder Beiträge mit vielseitigen Themen und Abbildungen erstellen können.

Elf Autoren haben 16 Artikel Hoch- und Plattdeutsch in den Rubriken „Aus der Geschichte“, „Lebensbilder“, „Aus Natur und Landschaft“, „Aus Kunst- und Architekturgeschichte“ und „Aktuelle Dokumentation“ beigesteuert.

Drei Schwerpunkte sind im diesjährigen Jahrbuch des Alstervereins, der sein 120jähriges Jubiläum begeht, auszumachen, die als ein Teil des historischen Gedächtnisses des oberen Alstertals aufgefasst werden können. Zum Jubiläum wird die Gründungsgeschichte beginnend im Jahr 1900, die Aktivitäten des Vereins für das Alstertal, die Höhen und Tiefen während der langen Zeit des Bestehens des Vereins und die Ehrenvorsitzenden in Wort und Bild sowie die Förderer dargestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt bildet die Geschichte des Tourismus im Alstertal um 1900, der von den Hamburgern stark genutzt wurde und sich um 1918 nach der Fertigstellung der Bahnverbindung nach Poppenbüttel nochmals steigerte.

Das Alstertal war bei vielen Hamburgern ein beliebtes Ausflugsziel. Es gab zahlreiche Lokale wie den „Gasthof am Markt“, der zur Einkehr einlud. Foto: Archiv des Alstervereins

Die für die Ausflügler vorhandene Gastronomie explodierte förmlich und wies 1902 eine heute fast unglaubliche Anzahl von über 150 Gaststätten und Übernachtungsmöglichkeiten von Fuhlsbüttel bis Wilstedt und den Walddörfern auf.  Alle werden im Jahrbuch mit Namen aufgeführt und teilweise mit ihren Angeboten an Vergnügungseinrichtungen genannt. Interessante Abbildungen ergänzen den Artikel, auch wenn man mit Wehmut wahrnehmen muss, dass gerade in unserer Zeit eine Vielzahl dieser schönen alten Gasthäuser bestenfalls umgewidmet oder abgerissen wurden. Da passt der Artikel zu den Waldgottesdiensten passgenau, die unterhalb von Randel bis 1933 stattfanden. Als Ergänzung zur Gastronomiegeschichte kann man auch die aus der Alster unterhalb der ehemaligen Gaststätte „Zur Alsterschlucht“ an der Straße „Zur Alsterschleife“ geborgenen Porzellanstücke von Geschirr der Gastwirtschaft betrachten werden oder war es eine frevelhafte Entsorgung von Abfall?

Der dritte Schwerpunkt befasst sich mit der Situation des Jahres 1933 im Alstertal mit der Bedrängnis, unter der die Gegner der Nationalsozialisten leiden mussten. Der Fall des Saseler Schulleiters Otto Treptow wird aufgezeigt, der von den Nazis 1933 aus seinem Amt entfernt wurde, da er bis 1933 Mitglied der SPD war. Durch seine Verwicklung nach seinem Eintritt 1940 in die NSDAP und der Wiedereinstellung in den Hamburger Schuldienst wurde er von der britischen Militärregierung 1945 wieder entlassen und sogar zeitweise interniert.

Ein Schwerpunkt des gerade erschienenen Jahrbuches des Alstervereins ist das Thema „Tourismus im Alstertal um 1900“. Beliebte Ziele waren unter anderem der „Waldhof Randel“ (Aufmacher oben) und „Zur Alsterschlucht“. Foto: Archiv des Alstervereins

So kommen Sie an das Jahrbuch:

Das Buch kann wegen der Corona-Pandemie nur beim Zeitschriftenhandel Peter Blau, Poppenbüttel Weg 199 oder über www.alsterverein.de/Kontakt erworben werden – mit Einzahlung von 15 € auf das Vereinskonto (unter Spenden zu finden) und bei Angabe der Adresse.

 


 

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