Mittwoch, 23. September 2020
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    Silberstreifen Award für Hamburger Design-Projekte

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    designxport und die Hamburg Kreativ Gesellschaft den Silberstreifen Award verliehen: Insgesamt zehn Design-Projekte von Hamburger Gestalter/innen erhielten die Auszeichnung. Die prämierten Prototypen und Modelle zeigen Lösungsansätze für soziale, ökonomische und ökologische Herausforderungen. Unter den Ausgeszeichneten sind beispielsweise Niels Römer, Johann Cohrs und Sebastian Kühnel.

    Im Rahmen der erstmaligen Auslobung des Silberstreifen Awards suchten die Hamburg Kreativ Gesellschaft und designxport zukunftsfähige Konzepte, Methoden und Produkte, die als Antworten auf gegenwärtige Krisen wie Pandemien, Klimawandel oder gesellschaftspolitische Missstände verstanden werden können.

    Bewerben konnten sich Hamburger Gestalterinnen und Gestalter aller Design-Disziplinen (Architektur, Kommunikation, Mode, Produkt, Raum, Social, Strategy, Urban, etc.). Eine Fachjury wählte aus den facettenreichen Bewerbungen die vielversprechendsten Projekte aus. Darunter sind wiederverwendbare, vor Sars-CoV-2 schützenden Do-It-Yourself-Atemmasken, ein Mini-Cargobike, das Straßen und Klima entlastet sowie eine Software, mit der Endverbraucher/innen selbständig nachhaltige Kleidung entwerfen können. Die prämierten Prototypen und Modelle zeigen Wege auf hin zu einer inklusiveren, sichereren Gesellschaft, einer optimierten Klimapolitik und einer nachhaltigeren Wirtschaft.

    Frances Uckermann, Leiterin designxport: „Die Designszene steht vor der großen Herausforderung, die Coronakrise zu meistern. Was die eigene Berufsperspektiven anbelangt natürlich, aber vor allem auch als Innovationstreiber für die gesellschaftliche Transformation ins postpandemische Zeitalter. Dass es dabei nicht an guten Ideen und konkreten Vorschlägen mangelt, zeigen die Ergebnisse des Wettbewerbs um den Silberstreifen Award. Ich freue mich sehr, diese Arbeiten in meiner neuen Rolle als Leiterin designxport bei uns präsentieren zu dürfen und lade die Hamburgerinnen und Hamburger herzlich ein, bei uns vorbeizuschauen, um sich inspirieren zu lassen.“

    Am 9. September um 18 Uhr findet im Rahmen des Silberstreifen Awards ein Panel statt unter dem Thema “Design in der Krise – Design für die Krise”: Axel Kufus, Karel J. Golta und Nina Sieverding unterhalten sich über den Wert, die Möglichkeiten, die Fähigkeiten und das Potential von Design während und nach der Corona-Krise. Anmeldung unter designxport.de.

    Folgende Projekte wurden mit dem Silberstreifen Award ausgezeichnet:

    Ask the Fox (Ein Projekt von Kerstin Bante): Ask the Fox produziert für die australische Feuerwehr Feuerschutzdecken aus den Hightech-Faser PyroTex®. Seit der Corona-Krise bietet das Unternehmen die Feuerschutzdecke auch für den Heimgebrauch an – als viruzide, antibakterielle und fungizide Kuscheldecke. Ask the Foxs Vision: „Jeden Tag und überall auf der Welt, soll die Multifunktionsdecke helfen, uns vor extremen Brandgefahren sowie vor Viren und Bakterien zu schützen.“

    Hamburg Youtopia (Ein Projekt von Jan Kamensky): Indem er Fotos realer Situationen und Gegebenheiten bearbeitet und animiert, konstruiert Jan Kamensky Bilder einer Welt ohne automobilen Nahverkehr. Kamenskys Spiel mit Realität und Fiktion ermutigt die Betrachtenden, ihren Blick auf urbanen Raum und Mobilität neu zu justieren und Umweltschutz und Mobilität neu zu denken.

    House of All (Ein Projekt von Sarah Bürger und Torben Spieker): Das Image der Textilwirtschaft ist schlecht – House of All will das ändern und ein nachhaltiges Kreislaufmodell in der Modeproduktion etablieren. Mit ihrer Software bietet House of All Verbraucher/innen die Chance, ihre Kleidung selbst zu gestalten. Dabei versteht House of All Kleidung als ein modulares System: Bekleidung soll aus auswechselbaren Komponenten bestehen, die man leichter personalisieren, pflegen und reparieren kann. Verwendet werden lokale und alternative Textilstoffe.

    Klima Quartett, Kartenspiel für ein besseres Leben (Ein Projekt von Carmen Gloger, Lukasz Chrobok, Ann Christin Müller und Dr. Till Wahnbaeck): Jede Entscheidung, die wir treffen, wie wir unsere Freizeit gestalten, wie wir uns ernähren, wohnen oder wo und wie wir unseren Urlaub verbringen, hinterlässt Spuren auf unserem Planeten. Das Klima Quartett macht diese Spuren begreifbar und informiert Jung und Alt über die Folgen des Klimawandels. Das Quartett ist ein Gesellschaftsspiel – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Team hinter dem Spiel ist sich bewusst: so groß und überwältigend die Themen und Debatten rund um Erderwärmung und Klimawandel sind; Umweltschutz lässt sich im Kleinen lernen und anwenden.

    Non Certified (Ein Projekt von Kai Gehrmann, Esther Holsten-Stühmer, und Malte Fürstenberg): Zertifizierte, vor Corona-Viren schützende Atemmasken sind zurzeit nur für systemrelevante Berufsgruppen erhältlich beziehungsweise weiterhin Mangelware. Non Certified bietet Do-It-Yourself Masken an, die einen vergleichbaren Schutzgrad wie eine zertifizierte FFP-Maske aufweisen und darüber hinaus nachhaltig und wieder verwendbar sind. Die Filter-Pads können gewechselt werden, alle Komponenten der Maske sind handelsübliche Waren, die jede/r bestellen kann. Die Kunst- stoffteile lassen sich mittels 3D-Drucker produzieren. Der Schnitt lassen sich mittels 3D-Drucker produzieren und auch die technische Umsetzung wurden bewusst einfach gehalten, um eine einfache fehlerfreie Herstellung und Nutzung zu gewährleisten.

    Planeatary (Ein Projekt von Torben Ratzlaff und Eva Wolf): Die App Planeatary verdeutlicht, wie Design eine Brücke zwischen Wissenschaft und Alltagbauen kann: Anfang 2019 wurde die »Planetary Health Diet« von einem internationalen Forscherteam als Ergebnis des Meta-Reports »Food in the Anthropocene: The EAT- Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems« veröffentlicht. Ihr Ziel ist die Bereitstellung eines global anwendbaren Ernährungsplans, der eine gesunde und nachhaltige Ernährung für zehn Milliarden Menschen ermöglicht. Um die Idee noch besser kommunizieren zu können, möchte Planeatary als kostenlose App für iOS und Android eine Unterstützung bieten und die Verbindung von Nachhaltigkeit und Gesundheit stärken.

    ReDo (Ein Projekt von Luca Christmann, Marcel Nehrig und Yolanda v. Zitzewitz): ReDo bietet eine Online-Plattform, auf der sich Produktnutzer/innen und Produkthersteller/innen über nachhaltige Alternativen für Verpackungen und Systeme austauschen und zu Kollaborationen vernetzen können. Auf ReDo kann jede/r Ideen für neue Verpackungen hochladen, sie bewerten und diskutieren. Die Ideen sind dabei an Unternehmen gebunden. Nutzende und Produzierende verhandeln auf Augenhöhe über Veränderungen. Als Forum möchte ReDo zum Gestalten motivieren und dabei helfen, Ideen öffentlich bekannter zu machen. Es ist die erste Plattform, die Endverbraucher/innen und Produzierende bei der Gestaltung von nachhaltigen Produktverpackungen zusammenführt.

    True Colours (Ein Projekt von Anne Spitzer): Nachhaltige und umweltschonende Mode fängt nicht nur bei der Auswahl der richtigen Stoffe an. Auch die Farben, die bei der Produktion eingesetzt werden, bilden eine wichtige und oft problematische Komponente. Anne Spitzer belebt mit ihrer Expertise die jahrhundertealte Tradition rund um Naturfarben und alte Farbrezepturen. Diese Rückbesinnung und ressourcenschonende Verantwortung im Umgang mit Kleidung richtet sie nicht nur an Privatverbraucher/innen, sondern auch an Modelabels, Theater und Manufakturen.

    Urban Alcove (Ein Projekt von Heidi Fletcher und Jan Ostermann): Bei Urban Alcove werden urbaner Raum, Infektionsschutz und Nachhaltigkeit zusammen gedacht und neugestaltet. Das Team teilt die Überzeugung, dass in der Zukunft der Besitz individueller Kraftfahrzeuge in der Innenstadt zurückgehen wird. Die Konsequenz: Viele leere Parkplätze, die mit ihren speziell konzipierten Stadtmöbelstücken den asphaltierten Raum neu beleben könnten. Das Team hinter Urban Alcove möchte den Gehweg und den Parkstreifen erweitern. Die Möbel bieten einen sicheren Raum für soziale Interaktion, während die bemoosten Oberflächen als grüne Lungen im urbanen Stadtbild visuell und funktional intervenieren.

    Yoonit – Mini Cargobike (Ein Projekt von Niels Römer, Johann Cohrs, Sebastian Kühnel und Pia Cohrs): Vielfältige Transportmöglichkeiten, leicht und agil: Das Yoonit Mini Cargobike ist ein kompaktes Lastenrad, mit dem man wendig durch die Stadt fährt. Dank seines Leichtgewichts (<20 kg) und seiner verkürzten Länge nimmt es die städtischen Hürden wie Treppe, Bahn und Aufzug problemlos. Das Rad passt sich dank drei modularen und einfach austauschbaren Transportaufsätzen den verschiedenen Bedürfnissen an. Ob Kinder, Einkäufe, Getränkekisten, Kartons oder vieles mehr: Die drei Aufsätze können mithilfe von Schnellspannern schnell und werkzeuglos ab- und anmontiert werden. Aufgrund der modularen, einfach austauschbaren Aufsätze eignet sich das Yoonit Mini Cargobike auch besonders für den Einsatz in Sharing-Modellen.

    Über designxport: designxport ist die städtische Initiative zur Förderung der Hamburger Designbranche. Die Initiative fungiert als Anlaufstelle und Knotenpunkt für die über 12.000 Designer/innen, die in Hamburg leben und arbeiten. designxport ist Teil der Hamburg Kreativ Gesellschaft mbH, der Wirtschaftsfördereinrichtung für die Hamburger Kreativwirtschaft.

    Foto oben: Ausgezeichnet mit dem Silberstreifen Award für das Yoonit – Mini Cargobike: Niels Römer, Johann Cohrs und Sebastian Kühnel. © Selim Sudheimer

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