Sonntag, 25. Oktober 2020
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    Leserbriefe

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    Die Kolumne „Corona-Angst“ unseres Verlegers Wolfgang E. Buss hat für viele Reaktionen gesorgt. Es gab Lob und Kritik, auch aus der Politik. Einige interessante Zuschriften zeigen wir Ihnen hier!

    Wir gegen die
    Bezugnehmend auf Ihre Kolumne „Corona Angst“ finde ich, dass die Regierung die Corona-Krise
    bisher vernünftig bewältigt hat, wenn man sich mal die Zahlen anderer Länder ansieht. Natürlich kann man im Detail einzelne Sachen kritisieren und auch der ständige Diskurs über die Verhältnismäßigkeit ist enorm wichtig für eine Demokratie. Allerdings kann ich Ihre Kritik über willkürliche Maßnahmen nicht verstehen. Ein Blick ins Ausland zeigt doch, dass es noch viel schlimmer hätte kommen können, wenn man nicht handelt. Die Gesellschaft wird nicht durch die Maßnahmen der Regierung gespalten, sondern von Desinformationen, die das Corona-Virus kleinreden und die Maßnahmen anzweifeln. Diese Rebellierenden und Widersprechenden, von denen Sie schrieben, mit tiefem Misstrauen der Regierung gegenüber, hinterfragen häufig selber nicht, was sie irgendwo im Internet gelesen haben. Mit ihren Argumenten wird sich auseinandergesetzt, nur werden sie häufig widerlegt. Wofür die Rebellierenden vor allem stehen, ist ein „wir gegen die da oben“. Das hat aber nichts mit einem gesunden Misstrauen zu tun. Gucken Sie sich doch mal die Demo in Berlin an. Sind das die heldenhaften Rebellen, die sie in Ihrer Kolumne skizzierten? Die neben Neonazis und Reichsbürgern marschieren? Schauen Sie sich auch bitte die Rebellierenden in den USA an. Diese behindern massiv eine effektive Bekämpfung des Virus in den USA. Die Zahlen in den USA sprechen für sich, da sind wir uns hoffentlich einig. Es ist immer wichtig auf welcher Grundlage man sich widersetzt.
    Khang Nghi Lam

    Von allen guten Geistern verlassen
    Mit Verlaub, Herr Buss, Sie sind ein Narr! „Was verursacht die schweren Schäden? Der Corona-Virus selbst oder die meist willkürlichen Entscheidungen von Politik und Behörden?“ Diese provozierende Fragestellung in Ihrer Kolumne ist unsinnig und wird der Tatsache nicht gerecht, dass gerade diese Entscheidungen insgesamt uns Bürger vor einer großflächigen Ausbreitung des gefährlichen Erregers in Deutschland bewahrt hat, selbst wenn es mancherorts nicht immer rund lief. Ich selbst und die weit überwiegende Mehrheit der Bundesbürger halten die uns immer noch einschränkenden Maßnahmen für die jeweiligen Situationen als angepasst und richtig und werden dafür als „Obrigkeitshörige“ von Ihnen diffamiert. Ja, die wirtschaftlichen Auswirkungen sind inzwischen weltweit durch die Pandemie, die In der letzten Kolumne setzte sich Wolfgang E. Buss mit der Sinnhaftigkeit der CoronaSchutzmaßnahmen auseinander. in China ihren Ursprung hatte, höchst dramatisch. Das verkenne ich selbstverständlich nicht. Welche Lösungen bieten Sie und Ihre sogenannten „kritischen Geister“ denn an? Diese Leute sind doch ein wirrer Haufen von selbsternannten Grundgesetzbewahrern, Corona-Leugnern, die z.T. sogar das Virus für eine Erfindung der Eliten halten, Sowieso-und-gegen-alles-Protestler und schlichte Krawallmacher. Und in deren Kielwasser schwimmen diverse rechte Gruppierungen mit, die darin eine Gelegenheit sehen, ihr krudes Weltbild zu präsentieren. Gehören die auch zu Ihren „kritischen Geistern“, Herr Buss. Wollen Sie und Ihre „guten Geister“, die von allen guten Geistern verlassen scheinen, alles einfach so laufen lassen? Es sind ja nur „ein paar Viren“ (O-Ton W. Buss) Mit Verlaub Herr Buss……………. siehe oben.
    Horst Huster

    Meinungsfreiheit unterdrückt
    Mit Interesse habe ich Ihr Editorial auf Seite 3 zum Thema Schule gelesen, zu dem Sie ja um Kommentierung baten. Dafür stecke ich nicht sattelfest im Thema. Wir können kann aber nur hoffen, dass so düster wie Sie es zeichnen, am Ende nicht kommt. Sehr informativ ist Ihr Artikel über Christoph Ploß. Und danke für den sensationellen Satz im letzten Abschnitt zu dem Thema „Gesinnungs-Journalismus“. Sorgt dieser doch genau dafür, dass immer mehr Bürger die „Gusche“ – und damit Ihre ehrliche Meinung für sich – behalten. Auch so kann Meinungsfreiheit unterdrückt werden! Nur eben diesmal von denen, die die Pressefreiheit – zurecht – nicht eingeschränkt wissen wollen. Schön wenn hier die Pressekollegen zukünftig mehr Meinungsfreiheit des Bürgers zulassen und dies eben nicht weg beißen. Weiter so.
    Axel Schultz

    Nicht nur Panikmache
    Sie bringen meines Erachtens die derzeitige Situation genau auf den Punkt. Ich empfinde exakt so und frage mich, wo das hinführen soll. Ich bin so froh, wenn ich in den ‚normalen‘ Medien mal so etwas lesen kann und nicht nur Panikmache. Bleiben Sie dran!!!
    Isabel Strüver

    Mut bestätigen
    Immer wieder gerne lese ich Ihre kritische Kolumne im Alster-Magazin, diesmal „Ernst kommt“. Ihre Kritik an gesellschaftlichen Missständen drücken Sie meisterhaft aus, was sicher nicht allen gefällt. Deshalb möchte ich Sie hiermit für Ihren Mut bestätigen – in der heutigen Zeit mit „political correctness“ überall. Machen Sie weiter so!
    Helmut Geppert

    Dankeszeilen
    Von einer Freundin in Poppenbüttel bekommen wir, in Stellingen wohnend, das Alstertal Magazin, das sehr gerne gelesen wird. Bereits im April wollte ich geschrieben habe, wie sehr ich Ihren Beitrag zu Corona geschätzt habe. Aber dabei blieb es, bis auf die Archivierung. Als ich nun vor kurzem erneut Ihre Stellungnahme zu Corona las, nicht nur zu Corona, sondern auch Ihren Bericht über den mir bisher unbekannten – das liegt natürlich an mir – Christoph Ploß , war es für mich ein „Muß“, Ihnen ein paar Dankeszeilen für Ihre Artikel zu übermitteln, die ich bisher in dieser Form in den sog. Leitmedien vermißt habe.
    Manfred Weinhold

    Realistischer Umgang
    Mit Ihrem Editorial sprechen Sie mir „aus der Seele“. Vielen Dank für Ihren Mut, Bedenkliches anzusprechen und es auch wagen, es abzudrucken! Als sogenannter „Flüchtling“ aus der DDR geht es mir wie Ihnen – man stellt „gegen den Mainstream komische“ Fragen. In meinem Umfeld wurde ich schon im März 2020 merkwürdig angesehen, weil ich auf den Verlust der Meinungsfreiheit hinwies. Erschütternd, aber auch weiterhin noch Realität, denn keiner, dem es gut geht, will dies wirklich nachvollziehen. Die meisten sind leider – wie Sie so gut schreiben – obrigkeitshörig. Weiterhin wird dann gesagt, das wäre jetzt nötig und man solle sich doch wegen des einen Jahres nicht so anstellen… Ich leugne nicht die Existenz des Virus – es ist nur unbedingt ein realistischer Umgang nötig.
    Iris Schwarzbach

    Perfekt und sachlich
    Was für ein tolles Editorial! Danke für diese wunderbare Einordnung. Es trifft die Lage perfekt und sachlich. Eigentlich sollte eine gute Regierung alles tun, um in einer Krise zu verhindern, dass sich die Bevölkerung spaltet und gegeneinander aufgewiegelt wird. Leider hat sich das Gegenteil entwickelt und tut es immer weiter. Die selbsternannten Guten, die angeblich ja nur andere schützen wollen, feinden offen Mitmenschen an, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen dürfen. Was ausdrücklich in der Corona-MaskenVerordnung erlaubt ist, wird von den Mitmenschen aggressiv angegangen, um es zu unterbinden. Lieber sollen Menschen mit Atem- oder Herzerkrankungen unter der Maske kollabieren. Von wegen „Schutz der anderen“, in Wahrheit haben diese Guten nur Angst um ihr eigenes, kleines Leben. Es ist ziemlich unmenschlich geworden in unserer Gesellschaft. Regierung und Mitmenschen verhalten sich so, als hätten wir Ebola, Pocken und Pest gleichzeitig. Sie schreiben es so treffend: die Corona-Maßnahmen haben schon jetzt mehr Schaden angerichtet als das Virus selbst. Und das nicht nur wirtschaftlich, sondern auch für unser freiheitliches, demokratisches, gesellschaftliches Zusammenleben. Danke für dieses Editorial!
    Maria Weiß

    Humus für Rechtsradikalismus
    Lieber Wolfgang E. Buss,
    wir kennen uns schon lange und waren politisch selten einer Meinung. Während ich sonst aber inhaltliche Gegensätze gut finde, weil aus einem Streit – auch hart in der Sache – oft die beste Lösung erwächst, bin ich von deinem Vorwort in der aktuellen Ausgabe des Alstertal-Magazins einfach nur enttäuscht und halte ihn für Humus für Rechtsradikalismus und für die Populisten, die von einer keineswegs existierenden Meinungsdiktatur oder einer DDR 2.0 schwadronieren. Die Wegbereiter der Nazis mit den Bürgern von heute, die die Maßnahmen der Regierung für vernünftig halten, zu vergleichen, ist Hetze. Besonders infam ist das für Sozialdemokraten, die sich damals den Nazis entgegenstellten, von ihnen verfolgt und ermordet wurden. Die Umsetzung von Empfehlungen der Wissenschaftler ist nämlich das Gegenteil von Gesinnungswahn und verfolgt werden diejenigen, die anderer Meinung sind, auch nicht. Sie dürfen nur nicht, wie alle anderen auch, durch aktives Handeln das Allgemeinwohl gefährden. Das ist der von dir völlig verkannte Unterschied zum Nazi-Regime oder auch zur DDR, die du als so fragwürdige Beispiele heranziehst. Im Übrigen ist Deutschland mit seiner Politik eines der erfolgreichsten Länder im Kampf gegen Corona, ganz anders als die Länder, deren Regierungen gegen die Empfehlungen der Wissenschaft handeln, insbesondere USA und Brasilien und anfangs auch Großbritannien. Was du auch überhaupt nicht erwähnst: Wir machen all das um unser Gesundheitssystem nicht zu überfordern und den Tod von Hunderttausenden zu vermeiden. Denn auch unsere Eltern und Großeltern und die gesundheitlich Vorbelasteten sind systemrelevant und im Übrigen stellen sie den Großteil deiner Leser. Dazu verkennst du, dass die Zustimmungsraten bei den Corona-Maßnahmen bei weit über 90 Prozent liegt, darunter dürften auch viele Leser des Alstertal-Magazins sein. Das was du als Duckmäusertum verunglimpfst, ist in Wirklichkeit Einsicht in die moralische und medizinische Notwendigkeit von Corona-Schutzmaßnahmen. Auch der Zusammenhalt in der Gesellschaft wird nicht durch die von dir beschriebene Dynamik bedroht, das ergibt sich ebenfalls schon aus der überwältigenden Zustimmung zu den Corona-Maßnahmen. Vielmehr ist unsere Gesellschaft dort gefährdet, wo eine Minderheit durch Kommentare wie den deinen in ihren Vorurteilen bestätigt, aufgestachelt und so denen in die Arme getrieben werden, die tatsächlich einen autoritären Staat anstreben. Ich bitte dich deshalb, die Unterstützer von Corona-Schutzmaßnahmen zukünftig nicht mehr als obrigkeitshörig zu diskreditieren. Lass uns stattdessen ernsthaft darüber diskutieren, ob und welche Maßnahmen noch notwendig sind oder angepasst werden können und lass uns dabei das Ziel, vulnerable Menschen zu schützen und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, nicht aus dem Auge verlieren. Ach ja, und von Christoph Ploß als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für das Alstertal erwarte ich, dass er sich von diesem Kommentar distanziert. Schließlich steht der Kommentar im Zusammenhang mit einem überaus wohlwollenden Artikel über ihn.
    Tim Stoberock, Alstertaler Bürgerschaftsabgeordneter (SPD)

    ………………………………………….

    Kommentar zu Stoberocks Beitrag:

    Humus für Stoberock?

    Der Alstertaler SPD-Abgeordnete Tim Stoberock gibt mit seinem Leserbrief ein großartiges Beispiel für grenzenlose Intoleranz und antidemokratische Meinungsbefehlschaft. Er bestreitet ostentativ die Ausgrenzung Andersdenkender und Kritiker und betreibt mit seinem Leserbrief genau dieses Geschäft. Er begreift Duckmäusertum als Einsicht in Notwendigkeiten und berauscht sich an angeblich hohen Zustimmungsraten der Bürger. Er behauptet die Kolumne von Wolfgang Buss sei Humus für Rechtsradikalismus und bleibt jedwede Begründung schuldig. Wenn Herr Stoberock darüber schwadroniert, die deutsche Politik würde erfolgreich den Tod von Hundertausenden verhindern, zeigt das nur, in welcher Blase er lebt und wie uninformiert und unbeirrt von Sachkunde er sein Amt wahrnimmt. Unser Land hat nicht wegen, sondern trotz der verheerenden Corona-Politik der Regierenden die Pandemie gut gemeistert, mit Eigenverantwortung, persönlicher Vorsicht und Verstand. Die Regierung hat jahrzehntelang nicht einmal Minimal-Vorsorge für Pandemien oder Katastrophen getroffen (Vorräte an Schutzkleidung, Masken, Desinfektionsmittel wenigstens für medizinisches und Pflegepersonal), sie hat die Pandemie 87 Tage falsch eingeschätzt und trotz klarer Faktenlage herabgespielt und abgeleugnet, sie hat monatelang keine Maskenbestände beschaffen oder produzieren lassen können. Und sie hat ebenso panisch wie überflüssig den Lockdown zu einer verspätet-unnötigen Zeit angeordnet, als der R-Wert längst unter 1,0 gelegen hat, weshalb dieses angeblich so erfolgreiche Regierungshandeln des sinnfreien Lockdowns den R-Wert auch nur noch um 0,1 reduziert hat, also erfolglos blieb –  aber der gesamten Volkswirtschaft den schwersten Schaden seit dem Weltkrieg zugefügt hat, was wir mit Millionen Arbeitslosen, Zehntausenden Firmen- und Selbständigen-Pleiten und unzähligen zerstörten Existenzen, einer beispiellosen Hunderte-von-Milliarden-Verschuldung aus ungedeckten Geldscheinen aus der glutrot laufenden Banknotenpresse erst noch nach und nach realisieren und bezahlen werden. Von den Kollateralschäden der nach BMI-Angaben rund 100.000 realen Toten infolge unterbliebender Operationen, Krebstherapien, lebensnotweniger Medizinbehandlungen ganz zu schweigen. Bei bis heute nicht einmal 10.000 mit oder an Corona Verstorbenen. Zum Vergleich: 12.000 überflüssige Tote durch Krankenhauskeime jedes Jahr, ohne dass die Politik dies groß interessiert. Und wenn Herr Stoberock schließlich noch völlig unsachlich von einem Bundestagsabgeordneten der Konkurrenz “erwartet, dass er sich von dem Kommentar (des Herrn Buss) distanziert”, dann hat er sich endgültig als antidemokratischer, intoleranter Meinungsfaschist mit SPD-Armbinde bewiesen, der eine DDR 2.0 bereits lebt.

    Autor: Verena Bartelsen

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    Wolfgang E. Buss
    Verleger/Publizist/Herausgeber. Alles, was noch wichtig ist über mich, findest du in meinem Wikipedia-Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_E._Buss
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