Dienstag, 24. November 2020
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    Der Poppenbüttler Lleyton Ullmann ist 14 Jahre alt und erster der deutschen U15-Tischtennisrangliste. Wir trafen ihn und seinen Trainer Oliver Alke und stellen das Nachwuchstalent vor.

    Sieben Niederlagen und nur ein Sieg. Trotzdem blickt der Poppenbüttler Lleyton Ullmann zufrieden auf dieses Ergebnis zurück. Erzielt hat der 14-Jährige es nämlich kürzlich bei den „European Top Ten“ in Berlin. Dem größten internationalen Turnier, bei dem er bisher angetreten ist. „Es war sehr erkenntnisreich und ich hatte bei jedem Spiel auch Siegchancen“, sagt er lächelnd. Wir haben uns mit ihm und seinem Mannschaftskollegen und persönlichen Trainer, dem ehemaligen Nationalspieler Oliver Alke, in einem Café im AEZ getroff en. Weil wir gerne eine der größten deutschen Nachwuchshoffnungen im Tischtennis vorstellen wollen. Mit sieben Jahren hat Lleyton angefangen, nachdem er in einem Urlaub erstmals ein paar Bälle geschmettert hatte. Er fand es so toll, dass er zum TSV Sasel (Infos: tischtennis-sasel.de) ging und es hat sich gelohnt. Er spielt 1. Herren in der Regionalliga Nord – in einem Team mit seinem Trainer – und kann als größten Erfolg auf den Titel des Norddeutschen U18-Meisters verweisen.

    Spielt für den TSV Sasel, istz Jugendnationalspieler und gehört in Deutschland zu den besten Nachwuchsspielern: der Poppenbüttler Lleyton Ullman (!4). © Oliver Alke

    Vielleicht wäre in diesem Jahr noch mehr drin gewesen, aber die deutschen Meisterschaften für seine Altersklasse wurden oronabedingt leider abgesagt. Lleytons Talent wurde früh erkannt und er gefördert, erst vom seinem Saseler Verein, dann vom Hamburger Landeskader und als er Jugendnationalspieler wurde, schließlich auch von Bundestrainern. Und am wichtigsten, von der Stiftung Compass (Infos:compass-tt.eu). Die fördert bundesweit mit ausgesuchten Trainern Tischtennis-Talente, die Potential für die Weltspitze haben. Lleyton gehört dazu! Die Stiftung bezahlt nicht nur Oliver Alke als persönlichen Coach, sondern auch die Fahrten zu Turnieren & Co. „Ich bin genau Lleytons Weg in Hamburg gegangen, habe klein angefangen, vom Verein entdeckt, über Bundesliga bis in die Nationalmannschaft. Deswegen ist es für mich schön, Lleyton über die Stiftung etwas geben zu können, das der Hamburger Verband nicht leisten kann. Personell und finanziell hat er nicht die Möglichkeiten einen international erfolgreichen Spieler zu entwickeln“, so Alke, der seit einigen Jahren bei Compass als Trainer arbeitet. Zuvor war er Hamburger Landestrainer und kannte Lleyton schon. An dessen Beispiel und Entwicklung zeigt sich, wie erfolgreich das Konzept sein kann.

    Seit einem Jahr ist Lleyton bei den 1. Herren. „Daran habe ich mich schnell gewöhnt, weil ich schön früh begonnen habe, mit den Herren zu trainieren.“ Auch viele andere Vereine haben Jugendliche in ihren Reihen, nichts Ungewöhnlichesalso. „Aber nicht so gute“, sagt sein Trainer. „Perspektivreiche Talente erlangen so schneller Wettkampfhärte, indem sie gegen abgezockte Erwachsene üben können. Bei Lleyton klappt es gut, denn er gewinnt auch gegen Herren. Spieler in seinem Alter, in dem Mannschaftslevel, den wir beim TSV Sasel haben, kann man in Deutschland an einer Hand abzählen.“

    Die Ziele sind für den 14-Jährigen deswegen klar defi niert: Herrennationalmannschaft, Bundesliga und Profi tum. Dafür wird nach der Schule 5x die Woche trainiert und am Wochenende Mannschaft oder bei Turnieren gespielt. Der Poppenbüttler, der die 9. Klasse besucht und sich gerne mit Freunden triff t, hat deswegen sogar die Schule gewechselt und geht jetzt auf das leistungssportorientierte Heidberg Gymnasium. Wichtig, denn nur derartige Eliteschulen des Sports gingen, etwa durch ein gestrecktes Abitur, auf den Jahresplan und die Belange eines heranwachsenden Spitzen-Sportlers ein, so Oliver Alke. Nach den deprimierenden Absagen aller Turniere hoff en er und sein Schützling, dass im Sommer 2021 zumindest die geplante U15-Europameisterschaft stattfi ndet, denn da würde Lleyton – wenn alles so gut weiterläuft – zum Favoritenkreis zählen. Bis dahin wird er weiterhin auf Punktejagd für den TSV Sasel gehen. Kai Wehl

    Aufmacherfoto. © Oliver Alke

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    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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