Mittwoch, 3. März 2021
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    Spannende Zahlen zu Hamburgs Schulen

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    Schulsenator Ties Rabe hat die aktuelle Schuljahresstatistik vorgestellt. Die zeigt, dass Hamburgs allgemeinbildende Schulen die Marke von 200.000 Schülerinnen und Schülern überschritten haben: Insgesamt besuchen im aktuellen Schuljahr 200.677 Schülerinnen und Schülern die 411 Grundschulen, Stadtteilschulen, Sonderschulen und Gymnasien. Das sind 20.279 mehr als vor 10 Jahren (+11,2 Prozent).

    Besonders stark gewachsen sind in diesem Zeitraum die Grundschulen (+ 9.323, +16%). Darüber hinaus besuchen 50.539 Schülerinnen und Schüler die Berufsbildenden Schulen, so dass Hamburgs Schulen aktuell 251.216 Schülerinnen und Schüler verzeichnen. Das besonders starke Wachstum der Grundschulen zeigt sich auch bei der Entwicklung der Erstklässler: Vor 10 Jahren waren es noch 15.149 Abc-Schützen in 769 Klassen, aktuell sind es 17.788 in 896 Klassen, also jeweils rund 17 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler sowie Klassen. Im gleichen Zeitraum stieg auch die Anzahl der Vorschülerinnen und Vorschüler von 7.498 auf 9.808 (+31%).

    Die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler an Berufsbildenden Schulen sinkt aufgrund der geringen Zahl der Ausbildungsplätze in der Corona-Pandemie leicht auf 50.539 (Vorjahr 51.891), davon befinden sich 39.579 in einer Berufsausbildung (-1.266), weitere 3.462 werden (Heil-) Erzieherinnen und Erzieher, 3.761 nehmen an einer Berufsvorbereitung teil und 3.737 streben einen höherwertigen Abschluss an.

    Der insgesamt deutliche Zuwachs an Schülerinnen und Schüler in den letzten Jahren hat zu einem noch deutlicheren Zuwachs beim pädagogischen Personal von 15.890 (2011/12) auf jetzt 18.840 Vollzeitstellen (+ 2.950 Stellen in zehn Jahren / + 19 Prozent) sowie zu einem weiteren Zuwachs von bis zu 1.800 weiteren Stellen bei den Trägern der Ganztagsangebote geführt. Insgesamt stieg die Zahl der Stellen um rund 30 Prozent. Die Gründe dafür sind unter anderem die Verkleinerung der Schulklassen, die bessere Förderung von Kindern mit Förderbedarf und der Ausbau der Ganztagsangebote.

    Von kleineren Klassengrößen profitieren vor allem die Grundschulen in schwierigen sozialen Umfeldern mit aktuell durchschnittlich nur 18,0 Schülerinnen und Schüler pro Klasse, sowie 22,1 an allen anderen Grundschulen. An Stadtteilschulen liegt die Klassengröße bei 23,8 und an den Gymnasien 26,2 (jeweils Klassenstufen 5-10). Auf eine Pädagogin oder einen Pädagogen kommen somit nur noch 12,4 Schülerinnen und Schüler an Grundschulen, 10,7 an Stadtteilschulen und 3,6 an Sonderschulen. Die Schüler-Pädagogen-Relation an Gymnasien hat sich im aktuellen Schuljahr aufgrund der Maßnahmen des Schulfriedens von 15,1 auf 14,7 verbessert, weil dort mehr Lehrkräfte eingestellt wurden.

    Der Anteil von Schülerinnen und Schülern, die an Privatschulen unterrichtet werden, ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Waren es 2014 noch 10,7 Prozent, sind es aktuell nur noch 9,3 Prozent. Hier wirkt sich unter anderem das sukzessive Auslaufen einiger katholischer Schulen aus.

    Im Vergleich zum Vorjahr ist die Abiturquote leicht auf 52,7 Prozent gesunken, bleibt aber auf einem sehr hohen Niveau. Weitere 18,6 Prozent aller Schulentlassenen haben die Schule im letzten Jahr mit einem Mittleren Schulabschluss (MSA), 17,8 Prozent einen Ersten Schulabschluss (ESA) und 4,3 Prozent ein Fachabitur (schulischer Teil) gemacht. 6,7 Prozent der Schulentlassenen haben die allgemeinbildenden Schulen ohne einen Schulabschluss verlassen. Das sind rund 150 mehr als im Durchschnitt der letzten Jahre. Hier zeigt sich, dass gerade leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler in der Zeit der Schulschließungen häufiger den Anschluss verlieren. Ihnen bietet das Hamburger Schulsystem die Möglichkeit, nachträglich im Rahmen einer Berufsausbildung oder im Rahmen anderer Bildungsangebote an den Berufsschulen den Schulabschluss nachzuholen. Rund die Hälfte erlangt so im zweiten Anlauf den Schulabschluss.

    Der massive Ausbau der Ganztagsangebote an den Schulen wird von Hamburgs Familien auch weiterhin sehr stark genutzt, aktuell von 86,2 Prozent der Grundschülerinnen und –schüler (74,5 Prozent in 2014).

    Insgesamt steigt der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund (im Ausland geboren oder mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil) weiter auf aktuell 51,4 Prozent in den Klassen 1 bis 10. Gleichfalls steigt auch der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit nicht deutscher Familiensprache auf 28,1 Prozent (Vorjahr 27,5 Prozent). Umgekehrt besuchen nur noch 1.831 Schülerinnen und Schüler mit Flucht- oder direkter Einwanderungsgeschichte im aktuellen Schuljahr eine Internationale Vorbereitungsklasse (IVK) oder eine Basisklasse. Damit wird nach der Flüchtlingswelle nahezu wieder das frühere Niveau von 2015/16 erreicht. Die meisten der seit 2015 neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler sind inzwischen in die Regelklassen integriert. Wie bisher verteilen sich die besonderen Eingangsklassen für zugewanderte Kinder und Jugendliche weiterhin auf viele Schulen aller Schulformen, auch der Gymnasien: 34 Grundschulen, 27 Gymnasien und 35 Stadtteilschulen.

    Nach dem Wechsel von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen werden im aktuellen Schuljahr 49,3 Prozent der Fünftklässler an Stadtteilschulen und 50,7 Prozent auf Gymnasien. Das sind nahezu die gleichen Werte wie vor 10 Jahren. Das 2-Säulen-Modell erweist sich als sehr stabil mit zwei Schulformen auf Augenhöhe.

    Die Anzahl von Schülerinnen und Schülern, die das Gymnasium zwischen Klasse 5 und 12 verlassen und ihre Schullaufbahn an einer Stadtteilschule fortführen, ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 1.663 auf 1.474 gefallen, davon 827 nach Jahrgangsstufe 6 (Vorjahr 955). Hier ist ein positiver Corona-Effekt zu vermuten: Die Lehrkräfte haben aufgrund der Unterrichtsausfälle die Leistungen der Schülerinnen und Schüler am Ende der Klasse 6 an den Gymnasien offensichtlich milder bewertet und weniger häufig als in den Vorjahren schlechte Noten gegeben.

    Die Gesamtzahl der staatlichen Schulen hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert, weil sich mehrere unterschiedliche Effekte ausgleichen: Zwei staatliche Schulen wurden zum aktuellen Schuljahr neu gegründet: die Grundschule Sinstorfer Weg in Marmstorf sowie das Deutsch-Französische Gymnasium, das die Schülerinnen und Schüler des nicht staatlichen Lycée Français de Hambourg ‘Antoine de St. Exupéry’ übernimmt. Die Grundschule Stübenhofer Weg hingegen schließt sich mit der Stadtteilschule Stübenhofer Weg zu einer neuen so genannten „Langform“-Stadtteilschule zusammen. Und Hamburgs allerkleinste Schule, die Inselschule Neuwerk, hat aktuell keine Schülerin und keinen Schüler und ist damit vorerst keine offizielle Schule mehr.

    Besonders positiv entwickelt hat sich in den letzten Jahren die Ausbildung in Erzieherberufen und zur Sozialpädagogischen Assistenz (SPA). Zu (Heil-)Erzieherinnen und –Erziehern werden aktuell 3.462 Schülerinnen und Schüler ausgebildet (2011/12: 2.487), die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistenz absolvieren 2.348 (gegenüber 1.160 vor zehn Jahren). Dementsprechend steigt auch die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen weiter an.

    Abschließend noch einmal der Schulsenator Ties Rabe: „Hamburgs Schulen wachsen kräftig, quantitativ und qualitativ. Die aktuelle Entwicklung bestätigt unsere Prognosen und Planungen, insbesondere auch im Hinblick auf die geplanten 44 neuen Schulen und den deutlichen Ausbau von mehr als 120 bestehenden Schulen. Erstmals besuchen in diesem Schuljahr über 200.000 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Hamburger Schulen. Das ist ein neuer Rekordwert, solche Schülerzahlen hatten wir zuletzt Ende der 1970er Jahre.”

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    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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