Freitag, 30. September 2022
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    Plan: Stübeheide soll Fahrradstraße werden!

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    Zwischen dem Alstertal und dem Friedhof Ohlsdorf gelegen, ist Klein Borstel ein grünes Idyll mit viel altem Baumbestand und wunderbaren Gärten. Gleichzeitig ist die Wellingsbütteler Landstraße ein Nadelöhr, insbesondere zu verkehrsreichen Zeiten. Die Einrichtung einer Fahrradstraße in der Stübeheide soll sowohl Schüler*innen als auch Senior*innen eine sichere und bequeme Alternativroute durch den Stadtteil bieten. Einen entsprechenden Antrag haben GRÜNE und SPD zum kommenden Regionalausschuss eingereicht. Die CDU lehnt die Pläne ab.

    Katrin Hofmann (GRÜNE), Stellvertretende Fraktionsvorsitzende: „Insbesondere junge und unsichere Radfahrende weichen oft auf den Fußweg aus. Das ist sowohl für Fußgänger*innen als auch für Radfahrende gefährlich. Die Fahrradstraße bietet gerade diesen Menschen eine sichere Möglichkeit, mit dem Fahrrad durch Klein Borstel zu fahren. Darüber hinaus sind wir im Gespräch mit dem Bezirk Wandsbek und der Behörde für Verkehr und Mobilität, wie die Fahrradstraße bis nach Wellingsbüttel weitergeführt werden kann.“

    Karin Ros (SPD), Stellvertretende Fraktionsvorsitzende: „Ich freue mich, dass wir hier ein Anliegen aus dem Stadtteil auf den Weg bringen. Unser Wunsch ist es, unter Beteiligung der Anwohner*innen und Gewerbetreibenden eine gute Lösung für Alle zu finden. Dabei steht die Sicherheit der Schüler*innen an erster Stelle.“

    Zwei Schulen (Albert-Schweitzer-Schule und Albert-Schweitzer-Gymnasium) und das Einkaufsdorf Klein Borstel werden täglich von zahlreichen Menschen sowohl mit dem Auto als auch mit dem Fahrrad angesteuert. Auch die umliegenden Sportvereine sorgen dafür, dass der Anteil des Radverkehrs kontinuierlich steigt. Im Herbst 2020 hat der Elternrat der Alberst-Schweitzer-Schule neben vielen weiteren Bürger*innen bereits die Einrichtung einer Fahrradstraße gefordert. Diesem Anliegen aus dem Stadtteil kommen GRÜNE und SPD-Fraktion jetzt nach. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass das Einkaufsdorf und der Friedhof weiterhin mit dem Pkw erreichbar bleiben. Wie der Abschnitt zwischen Kornweg und Stüberedder gestaltet wird, möchten die Fraktionen im Dialog mit Bürger*innen und Gewerbetreibenden erarbeiten.

    Das genau wollen die Parteien:

    Vor diesem Hintergrund möge der Regionalausschuss FOLAG beschließen:
    Das Vorsitzende Mitglied der Bezirksversammlung wird gebeten, sich bei der zuständigen Fachbehörde für folgendes einzusetzen:

    1. In der Stübeheide wird spätestens mit Beginn der Bauarbeiten an der Wellingsbütteler Landstraße eine Fahrradstraße eingerichtet.
    2. Da die Fahrradstraße eine notwendige Bauhilfsmaßnahme während der Sanierung der Wellingsbütteler Landstraße ist, wird der LSBG gebeten, Planung, Bau und Kosten für diese Maßnahme zu übernehmen.
    3. Bei der Einrichtung der Fahrradstraße soll Folgendes geprüft werden:
      a) Am südwestlichen Ende der Fahrradstraße sollen bauliche Maßnahmen erfol-gen, um diese für Autofahrerinnen und Radfahrende gut kenntlich zu machen.
      b) Die Fahrradstraße wird durch den Kreisel Schluchtweg/Sodenkamp mit der im Kreisel üblichen Vorfahrtsberechtigung geführt. Hinweis: Gute Beispiele für Kreisel innerhalb von Fahrradstraße gibt es z.B. in Lohne oder Fellbach.
      c) Ob die Fahrradstraße durchgängig auch vom Kornweg bis zum Stüberedder weitergeführt werden sollte, muss gemeinsam mit Anwohnerinnen und Gewerbetreibenden diskutiert werden. Erfahrungen zeigen, dass sich eine Verkehrsberuhigung in aller Regel günstig auf die Geschäftslage auswirkt. Das Einkaufsdorf wäre dabei weiterhin mit dem Pkw erreichbar (Ausschilderung „Kfz frei“).
      d) Eine Weiterführung nach Wellingsbüttel (Bezirk Wandsbek) verliehe der Fahrradstraße überbezirkliche Bedeutung, erleichterte den Pendler*innenverkehr mit dem Rad erheblich und erhöhte die subjektive und objektive Sicherheit. Diese Anregung soll im Rahmen der Planung gegenüber dem Bezirk und der Bezirksversammlung Wandsbek angeregt werden.
      e) Die Stübeheide wird mit „Anlieger fei“ ausgewiesen, um Anliegerverkehr weiterhin zu ermöglichen
      f) Im Bereich Kornweg bis Stüberedder erfolgt für die Erreichbarkeit des Einkaufsdorfs Klein Borstel und des Friedhofs Ohlsdorf eine Ausweisung mit „Kfz frei“.
      g) Die Parkmöglichkeiten für den ruhenden Verkehr werden nur auf einer Fahrbahnseite markiert, um den „Radverkehrsfluss“ nicht durch Slalomfahren zu erschweren.
    4. Die Planung wird im Regionalausschuss frühzeitig vorgestellt und dort diskutiert, um die Beteiligung von Bürger*innen sicherzustellen.

    Der Antrag wird in der öffentlichen Sitzung des Regionalausschusses am 20.9.2021 diskutiert werden. Eine Teilnahme ist aufgrund der Coronalage nur nach Anmeldung über ausschussdienst@hamburg-nord.hamburg.de möglich.

    Hintergrund:
    Die Wellingsbütteler Landstraße wird als Hauptverkehrsstraße gerne von Auto-Pendler*innen in Nord-Süd-Richtung genutzt. Um den Baumbestand und den Alleecharakter der Wellingsbütteler Landstraße zu erhalten, muss der Radverkehr auf der Fahrbahn geführt werden. Dies ist insbesondere jüngeren und unsicheren Radfahrenden kaum zuzumuten. Mit Einrichtung einer Fahrradstraße in der Stübeheide soll es zukünftig eine sichere Route für Radfahrende durch Klein Borstel geben.

    Dazu Martina Lütjens, CDU-Wahlkreisabgeordnete vor Ort: 

    „Das ist ein No-Go und pure GRÜNEN-Ideologie, die hier willkürlich durchgedrückt wird. Die Bürger vor Ort werden nicht mit eingebunden. Man kann gerne über die Sinnhaftigkeit einer Fahrradstraße hier in Klein Borstel diskutieren, aber der Zeitpunkt, vor einer so massiven Baumaßnahme wie der Sanierung der Wellingsbütteler Landstraße im kommenden Jahr, ist absolut falsch gewählt“, kritisiert Lütjens den Vorstoß von GRÜNEN und SPD. Lütjens befürchtet, dass der Anwohnerverkehr durch die Einrichtung der Fahrradstraße in der Stübeheide in obere Teile des „Dorfs“ verdrängt wird. Die Politikerin weiter: „Wenn man sich die Stübeheide anschaut, sieht man, dass sie mitten durch das Wohngebiets geht. Gerade im Bereich der Frank‘schen Siedlung gibt es nur wenige Parkmöglichkeiten für Anwohner. Hier noch Baumaßnahmen einzuleiten, während zeitgleich die Wellingsbütteler Landstraße für insgesamt fünf Jahre gesperrt sein wird, ist den Klein Borsteler Bürgern nicht zu zumuten.“

    Die CDU-Fraktion Hamburg-Nord schließt die Einrichtung einer Fahrradstraße Stübeheide nicht grundsätzlich aus; will aber dazu erst einmal Bürgermeinungen einholen und regt ein Bürgerbeteiligungsverfahren an. 

    Hintergrund: Die GRÜNEN und SPD planen entgegen der Auffassung von Polizei, Verkehrsdirektion und der Verwaltung Hamburg-Nord die Einrichtung einer Fahrradstraße entlang der Stübeheide und wollen ihr Projekt im zuständigen Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel- Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel am 20. September durchwinken. Sie nutzen die geplanten Sannierungsmaßnahme der Wellingsbütteler Landstraße als Deckmantel für ihr ideologisches Projekt. Das kritisiert die CDU-Fraktion Hamburg-Nord und fordert eine Bürgerbeteiligung und das nach Beendigung der Sanierungsmaßnahmen der Wellingsbütteler Landstraße.

    Die CDU sieht es kritisch, eine Fahrradstraße einzurichten, da Klein Borstel als Dorf durch die Baumaßnahmen abgeschnitten sein wird. Der Verkehr wird sich im Stadtteil stauen, da beide Enden der Wellingsbütteler Landstraße gesperrt sein werden. Ein Verkehrskonzept mit Lösungsansätzen hat der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) bislang nicht vorgelegt.

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    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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