Samstag, 23. Oktober 2021
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    Das kleine Glück aus dem Briefkasten

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    Die Initiative „Stift und Papier“ setzt ein Zeichen gegen soziale Vereinsamung. Über das Schreiben von Briefen verbindet sie Generationen. Der Zuspruch ist überwältigend.

    Viele Menschen, nicht nur in Deutschland, können aufgrund ihres Alters, einer Krankheit oder aus anderen Gründen kaum mehr am öffentlichen Leben teilnehmen. Durch die derzeitigen Lebensumstände erreicht die Isolation dieser Menschen einen traurigen Höhepunkt.

    „Stift und Papier“ möchte die Generationen über Briefe miteinander in Kontakt bringen und somit etwas gegen die soziale Vereinsamung tun. Über 40.000 vermittelte Briefkontakte durch die Mithilfe von gut 450 Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland sind das beeindruckende Ergebnis nach einem Jahr.

    Prominente Persönlichkeiten wie der ehemalige Bundesliga- und Nationalspieler Heiko Westermann, die Fußballspieler Emre Can und Timo Horn, Journalistin und Moderatorin Christine Westermann, oder der Moderator Thore Schölermann geben der Kampagne zusätzlich ein Gesicht.

    Ein Brief ist etwas sehr persönliches.

    Ein richtiger Brief ist mehr als nur ein paar Worte

    Wer noch vor Social Media groß geworden ist, weiß um den Zauber, den selbst geschriebene Briefe ausüben können. Da sind das Sich-Zeit-Nehmen, das Sinnieren über Worte und Sätze. Oder das Verzieren von Papier und Kuvert … Irgendwie verbindet man sich anders und inniger mit dem Menschen, zu dem man auf diese Weise Kontakt aufnimmt. Oder auch die Freude auf der anderen Seite, einen Brief zu erhalten. Sich vor dem Öffnen des Kuverts Gedanken zu machen, was da wohl drinsteht? Das Papier in Händen zu halten, die eine oder andere Passage wiederholt lesen …

    Digitale Kommunikationswege sind äußerst praktisch und nicht mehr wegzudenken. Etwas Handgeschriebenes jedoch gibt einer Beziehung noch einmal anders Ausdruck, bringt einander näher. Vielleicht ist es genau diese Magie, die die Initiative „Stift und Papier“ zu einem solchen Erfolg macht.

    Gemeinsam gegen die soziale Verarmung

    Durch die aktuellen Umstände, die uns alle betreffen, erreicht die Isolation dieser Leute einen traurigen Höhepunkt.

    Jeder kann sich auf stiftundpapier.org als Briefeschreiber:in registrieren. Der Brief wird an eine der Einrichtungen, die mit „Stift und Papier“ zusammenarbeiten vermittelt. Für die Briefe gibt es keine speziellen Vorgaben, sie sollen nur positiv formuliert sein und Hoffnung machen. Über die Seite können sich auch Einrichtungen melden, die sich beteiligen wollen.

    Das Projekt soll Menschen aus ihrer Isolation holen. Es ist aber auch als Aufruf im privaten Umfeld zu verstehen. Wieso nicht einmal der Oma, Tante oder den Eltern einen Brief schreiben? Soziale Vereinsamung hat ja nicht nur mit Anonymität zu tun, es gibt auch Familien, in denen der Bezug zueinander verloren gegangen ist. Dieses Problem besteht auch unabhängig von der aktuellen Situation. Mit Stift und Papier wurde etwas in Gang gesetzt, das hoffentlich zu einem dauerhaften Angebot wird. Alles, was Generationen verbindet, stärkt die Gesellschaft und hilft, besser aufeinander zu achten.

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