Mittwoch, 5. Oktober 2022
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    Falsche Polizeibeamte in Wellingsbüttel – zwei Festnahmen

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    Am Dienstag haben falsche Polizeibeamte einen 81-Jährigen und dessen 83-jährige Bekannte in Wellingsbüttel betrogen. Mittwochmittag nahmen Fahnder des für Trickbetrugsdelikte zuständigen Landeskriminalamts 43 (LKA 43) drei Tatverdächte vorläufig fest, als sie versuchten, weiteres Geld von dem Rentner zu ertrügen. Tatzeit: 19.04.2022 bis 20.04.2022 Tatort: Wellingsbüttel, Saseler Chaussee.

    Zunächst hatte sich ein Mann telefonisch bei dem 81-Jährigen gemeldet und sich als Polizeibeamter „Brockmeyer“ ausgegeben. Im Verlauf des Telefonats gab der angebliche Polizist vor, dass ein Einbrecher gefasst worden sei und es nun Hinweise auf einen bevorstehenden Einbruch bei dem Rentner und auch bei seiner Bekannten gäbe. Zu ihrem eigenen Schutz sollten sie deshalb Geld und Wertgegenstände zur sicheren Verwahrung an die „Polizei“ übergeben. Die beiden Senioren kamen der Aufforderung nach und übergaben nach vorheriger Verabredung an der Wohnanschrift der Frau Schmuck und Bargeld im Wert von insgesamt mehr als 60.000 Euro an einen weiteren falschen Polizeibeamten.

    Erst nach der Geldübergabe wurde dem Geschädigten bewusst, dass er auf einen Betrug hereingefallen war, sodass er eine Strafanzeige an einem Polizeikommissariat erstattete.

    Mittwochmorgen meldete sich der falsche Polizist ein weiteres Mal telefonisch bei dem 81-Jährigen und forderte ihn nunmehr auf, sein Erspartes von der Bank zu holen und ebenfalls der „Polizei“ zwecks Sicherung zu übergeben. Der Senior ging zum Schein auf sein telefonisches Gegenüber ein. Statt sich zur Bank zu begeben, informierte er jedoch die echte Polizei.

    Beamte des LKA 43 übernahmen umgehend die Ermittlungen. Unter anderem betreuten sie den Geschädigten im weiteren Verlauf engmaschig bei den weiteren telefonischen Kontakten zu dem vermeintlichen Polizisten „Brockmeyer“.

    Dieser kündigte erneut das Erscheinen eines Polizeibeamten an der Wohnanschrift des Mannes in Wellingsbüttel an, dem er das abgehobene Geld und seine Armbanduhr übergeben sollte.

    Nachdem ein Mietwagen im Umfeld der Wohnung des 81-Jährigen und ein Mann an der Haustür des Geschädigten erschienen war, nahmen Fahnder den mutmaßlichen Geldabholer, einen 23-jährigen Türken sowie die 20-jährige deutsche Fahrerin des Wagens vorläufig fest. Auch ein 17-jähriger Deutscher und mutmaßlicher Mittäter, der kurz darauf in der Wohnstraße erschienen war, wurde vorläufig festgenommen.

    Während die Fahrerin des Mietwagens nach erkennungsdienstlicher Behandlung mangels Haftgründen von der Polizei entlassen wurde, führten Ermittler die beiden Männer einem Haftrichter zu, der Haftbefehle gegen sie erließ. Beamte der jeweils örtlich zuständigen Polizeien durchsuchten in Amtshilfe die Wohnanschriften der Beschuldigten in Bremen und Delmenhorst. Hierbei stellten sie verschiedene Beweismittel sicher.

    Die Ermittlungen des LKA 43, insbesondere zu dem bislang unbekannten Mittäter „Herrn Brockmeyer“, dauern an. Auch wird geprüft, ob die Gruppierung für weitere, ähnlich gelagerte Fälle verantwortlich sein könnte.

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    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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