Iss DICH glücklich!

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Ob wir happy sind oder nicht, das hängt sehr davon ab, was wir zu uns nehmen. Es gibt Lebensmittel, die nachweislich unsere Stimmung aufhellen. Was Sie essen sollten, um glücklicher zu sein, erfahren Sie hier!

Langeweile, Frust, Liebeskummer: Wandert der Löffel nach einem schlechten Tag automatisch in das „Häagen Dazs Cookies & Cream“ Pint, sprechen Experten von „Emotional Eating“. Nicht der Körper, sondern die Psyche verspürt eine Art Hunger, den wir mit Snacks zu stillen versuchen. Neue Studien zeigen nun: Umgekehrt ist das aber auch möglich – es gibt Lebensmittel, die uns vorsorglich glücklicher, gesünder und stressresistenter machen. Das sogenannte Happy Food!

Was steckt hinter dem Prinzip des Glücklich-Essens?

Bei einem Experiment der Universität Lübeck wurden den Teilnehmern unterschiedliche Lebensmittel zum Frühstück serviert. Zwei Stunden später wurde ihnen ein Problem und zwei völlig verschiedene Lösungen präsentiert – sie mussten sich entscheiden. Der Grund für die Zeitverzögerung: Zu diesem Zeitpunkt kommen winzige Aminosäuren im Gehirn an, stimulieren Nervenbotenstoffe, und verändern die Biochemie des Gehirns. Die Studie zeigt, welchen Einfluss die Ernährung unmittelbar auf unsere Psyche und damit auf unser Leben hat.

Führt moderne Ernährung zu Verstimmungen?

Unsere Ernährung hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr verschlechtert. Schuld daran sind vor allem industriell hochverarbeitete Produkte und Zusatzstoffe wie Zucker und Konservierungsstoffe. Dazu gesellen sich Kaffee oder Energydrinks, die uns kurzfristig leistungsfähiger machen sollen. Oft fühlt sich unser Denken wie benebelt, verlangsamt und verstopft an. Eben hat man noch etwas gelesen, kurz danach ist es schon vergessen. Obwohl wir seit Jahrzehnten wissen, dass 80 Prozent aller Erkrankungen ernährungsbedingt sind, interessierte sich bis vor Kurzem kaum jemand für die Verbindung von Ernährung und mentaler Gesundheit. Laut Experten wissen wir mittlerweile jedoch: Die Ernährung beeinflusst nicht nur kurzfristig die Biochemie des Gehirns, sondern sie verändert vor allem die Struktur des Gehirns dauerhaft! Sie beeinflusst direkt den Auf- und Abbau einer der wichtigsten Regionen des Gehirns – des Hippocampus. Dieser ist wichtig für unsere geistige Leistungsfähigkeit, das Kurzzeitgedächtnis, und unsere Anpassungsfähigkeit an stressige Situationen.

Süße Snacks geben uns umgehend einen Gute-Laune-Kick und versorgen uns schnell mit neuer Energie.  © Doughnut Time
Die Waage und unser Körper freuen sich weniger über den beherzten Griff zu Donuts & Co. © Doughnut Time

Das neue Wissenschaftsfeld „Nutritional Psychiatry“: Was steckt dahinter?

„Nutritional Psychiatry“ bedeutet übersetzt Ernährungs-Psychiatrie – und ist ein neues Fachgebiet. Hierzulande wird kein Patient bislang bei Neurologen oder Psychologen gefragt, wie er oder sie sich ernährt. Dabei zeigt die Forschung eindeutig, wie zum Beispiel die Darmbakterien unsere Psyche und die Gehirngesundheit über Botenstoffe steuern. Ein ganzheitlicher Ansatz, wie er sich auch in der Ernährungsmedizin längst durchgesetzt hat, ist dringend nötig.

Können wir uns wirklich glücklich essen?

Unser Gehirn, und damit unsere mentale Verfassung, ist veränderbar über die Ernährung. Wir können uns glücklicher schlemmen.

1. Obst & Gemüse senken Stress und Stimmungsschwankungen

Obst und Gemüse, besonders mit einem hohen Anteil an Flavonoiden, wirken sich positiv auf unsere Gefühlslage aus, können sogar das Risiko für Depressionen mindern. Dazu zählen etwa Pflaumen, dunkles Blattgemüse, Zitrusfrüchte, Blumenkohl. Verzehrt man diese regelmäßig, steigt der sogenannte BDNF-Wachstumsfaktor für das Gehirn. Das erklärt zum ersten Mal, warum Obst und Gemüse so stark die Stressresistenz, die Stabilität der Stimmung, das Kurzzeitgedächtnis, die geistige Leistungsfähigkeit verbessern.

2. Kakao macht glücklich und schlau

Kakao hat die höchsten Flavonoid-Werte aller Lebensmittel. Und: Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Studien zum Superfood Kakao und dessen Wirkung auf geistige Leistung. Ideal ist dabei entölte Trinkschokolade, denn sie hat weniger Kalorien als eine Tafel Milchschokolade, aber ebenso viele Flavonoide.

3. Kurkuma hebt die Stimmung und lindert Regelschmerzen

Der gelbe Pflanzenstoff Curcumin in der Kurkuma-Wurzel steigert die Ausschüttung des Glücksbotenstoffes Serotonin. Dieser Fakt hilft auch den „Tagen vor den Tagen“ und kurz danach. Jeweils 100 mg Curcumin morgens und abends, sieben Tage vor der Regel bis drei Tage danach, wurden über drei Zyklen hinweg eingesetzt. Das Ergebnis: Die Teilnehmerinnen hatten erheblich weniger PMS-Symptome, wie Bauch- und Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen.

4. Blaue Beeren stärken das Gedächtnis

Beeren als Superfoods faszinieren die Wissenschaftler schon lange, weil sie die dunkelblauen Pigmente haben, die Augen und Gehirn besonders gern aufsaugen: die Anthocyane. Besonders effektiv sind dabei Aronia-Beeren, Heidelbeeren und Açai.

5. OPC mindert Entzündungen

Den Pflanzenstoff OPC findet man in roten Trauben, Rotwein und einigen anderen Pflanzen. OPC gehört zu den stärksten Antioxidantien überhaupt, die auch im Gehirn aktiv sind. Es wirkt 20-mal stärker als Vitamin C und 50-mal stärker als Vitamin E gegen freie Radikale.

6. Omega-3 schenkt Wohlbefinden

Die moderne, westliche Ernährung beinhaltet meist zu wenig Omega-3-Fettsäuren. Gerade Deutschland ist ein notorisches Omega-3-Mangel-Land, weil viele keinen Fisch mögen. Belegt ist mittlerweile jedoch die positive Wirkung von Omega-3 auf impulsives Verhalten und Stressresistenz. Außerdem lindert es innere Entzündungen und kann so sogar bei Hautproblemen helfen.

Fazit: Happy Food ist gute Laune zum Essen!

Aufmacherbild: © Picadeli