Bauprojekt Wellingsbütteler Landstraße vertagt

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Wie die FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord erfuhr und entsprechend ihre Kollegen in der Wandsbeker Fraktion informierte, wird es noch bis Frühjahr 2024 dauern, ehe Hamburg Wasser einen Zeitplan für die anstehende Bauphase für den Bereich Wellingsbütteler Landstraße/Wellingsbütteler Weg vorlegen kann. Laut Auskunft von Hamburg Wasser sei die Auswertung der Verkehrserhebung aufgrund „der komplexen Ausgangslage“ noch nicht abgeschlossen und benötige noch Zeit. 

„Das ist ein deutliches Signal,“ sagt Birgit Wolff, Vorsitzende der FDP-Fraktion Wandsbek, „wie wichtig die von uns immer wieder geforderte Bürgerbeteiligung ist: Die Senatsbehörde musste ihre Planungen nach Bürger- und Politik-Protest grundlegend überarbeiten.“ Mitte November 2021 hatte eine entsprechende Bürgerinitiative zu einer Informationsveranstaltung zu den Planungen rund um die Wellingsbütteler Landstraße eingeladen, bei der überdeutlich wurde, dass die seitens der Landesbehörden entwickelten Arbeitsschritte nicht umsetzbar sind. In der Folge der Veranstaltung, bei der Datenmangel und erhebliche Informationsdefizite kritisiert wurden, hatte es im Frühjahr 2022 seitens der Landesbehörde Datenerfassungen zu Verkehrsströmen gegeben, die Grundlage sein sollen für die Entscheidung, welche Lösung zur Bewältigung des Verkehrs in der über viele Jahre gehenden Baumaßnahme die sinnvollste ist. Diese Verkehrsdaten werden nun im Verlauf des Jahrs 2023 zeitaufwändig erfasst und geprüft.


„Bereits im November 2021 haben wir in der Bezirksversammlung mit einem Eilantrag die rechtzeitige und umfassende Information der Lokalpolitik eingefordert, da diese Baumaßnahme auch den Bezirk Wandsbek betrifft und uns bis zur Einladung seitens der Bürgerinitiative keine weitergehenden Informationen übermittelt worden waren“, berichtet Wolff. Das Ansinnen sei von den anderen Fraktionen vertagt worden, schließlich wurde der Regionalausschuss Alstertal im Mai 2022 zu einer Informationsveranstaltung des Gesamtprojektleiters Hamburg Wasser im Auftrag der BUKEA (Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft) in die Bezirksversammlung Hamburg-Nord zugeladen. „Hier hat sich erneut gezeigt, dass das Bauprojekt Wellingsbütter Landstraße/Wellingsbütteler Weg weder ausreichend mit der Bevölkerung diskutiert noch deren Bedarfe berücksichtigt worden waren – die Behördenvertreter haben erheblichen Diskussions- und Prüfungsbedarf mit zurück genommen“, so Birgit Wolff. Es zeige sich erneut, dass Hinweise der Bevölkerung vor Ort, die Umstände und Auswirkungen am ehesten beurteilen könnten, sinnvoll gewesen seien, um erhebliche Risiken, auch finanzieller Art, von Hamburg und Bezirk abzuwenden. „Wir können daher nicht oft genug wiederholen – und das gilt bei weitem nicht nur für den Bereich Wellingsbütteler Landstraße und Wellingsbütteler Weg –, dass es unumgänglich ist, die Bürger wertschätzend zu befragen. Den engagierten Bürgervertretern, die mit viel Expertise Pläne der Landesbehörden begleiten, gilt unser Respekt und, wenn es zu unserem FDP-Programm passt, auch unsere Unterstützung. Es ist und bleibt uns gänzlich unverständlich, warum die Landesverkehrsbehörde dezidiert betont, und das nicht nur einmal, dass Bürgermeinung bei den Planungen nicht weiterbringe. Erst bei ausreichend überzeugender Datengrundlage und im Einvernehmen mit den Bürgern dürfen kostspielige Verfahren in Angriff genommen werden, die aus Steuergeldern finanziert werden – wir müssen gemeinsam verhindern, dass Bauprojekte im Bezirk Wandsbek im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler auftauchen! Für Verschwendung haben wir keinerlei Spielraum in Anbetracht der Herausforderungen!“

Der Wellingsbütteler Weg ist eine der wichtigsten „Verteilerstraßen“ im Alstertal, saniert werden müssen vor allem die Wasserrohre. Bei der auf ursprünglich fünf Jahre angesetzten Bauzeit wären nicht nur die Anwohner und Unternehmen von Verbindungen abgeschnitten: Es gibt kaum sinnvolle Alternativ-Routen. An den Verwaltungsvorstellungen, wie die Straßenführung in der Bauzeit aussehen könnte, gab es insofern viel Kritik seitens der Anwohner und auch der Politik. DieSanierungsarbeiten der Wellingsbütteler Landstraße werden nun noch einmal verschoben – und inzwischen wird, wie von der FDP-Fraktion gefordert und von allen Fraktionen unterstützt, die Kommunalpolitik rechtzeitig informiert. © FDP-Fraktion Wandsbek