Amphibienschutz in Volksdorf wirkt

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Der BUND hat seit Ende Januar am vielbefahrenen Waldweg im vierten Jahr in Folge die Anwanderung von Amphibien in die Volksdorfer Teichwiesen abgesichert. Dafür wurde mit finanzieller Unterstützung der BUKEA auf 850 Meter Länge ein Amphibienschutzzaun aufgebaut, der bei feuchter Witterung abends und morgens kontrolliert wurde. So konnten viele Freiwillige die Tiere, die sich in den Fangeimern eingefunden hatten, sicher über die Straße tragen. Nun zieht der BUND eine positive Bilanz: Die Zahl der wandernden Tiere hat sich in den letzten vier Jahren etwa verdoppelt.

„Wir freuen uns über den Erfolg unserer Schutzmaßnahmen“, so Wolfram Hammer, Naturschutzreferent des BUND Hamburg. „Die Zahlen der über den Waldweg wandernden Tiere steigen von Jahr zu Jahr, dieses Jahr zeigen sie den deutlichsten Zuwachs. In den kommenden Jahren erwarten wir eine weitere Zunahme der Tierzahlen, da wir nicht nur Schutz vor dem Verkehrstod geleistet haben, sondern auch die Verhältnisse in den Teichwiesen für die Tiere verbessert haben.“

Im Frühjahr 2023 wurde der Wasserstand in den Teichwiesen angehoben. Diese Maßnahme erfolgte zunächst, um die Feuchtwiesen und ihre seltenen Pflanzen zu erhalten, die in den trockenen Sommern gelitten hatten. Auch die Amphibien profitieren von höheren Wasserständen, weil dadurch ihre Laichgewässer länger und mehr Wasser führen.

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Tiere, die über den Waldweg hin zu den Teichwiesen gewandet sind, wandern nach dem Laichgeschäft auch wieder zurück. Dafür wird bisher kein Zaun errichtet, da der Aufwand noch deutlich höher wäre.

Aktuell gehen die HelferInnen des BUND die Wege an den Teichwiesen entlang und versuchen, in den Wandernächten die Rückwanderer einzusammeln. Eine Dauerlösung ist das aber nicht. Deshalb fordert der BUND bereits seit Jahren den Bau von Kleintiertunneln unter dem Waldweg. Bisher war geplant, diese im Zuge der Umgestaltung des Waldwegs zu bauen, doch die Maßnahme verzögert sich auf unbestimmte Zeit.

Hammer dazu: „Die Kleintiertunnel müssen schnell realisiert werden. Zwar sind die rückwandernden Tiere etwas weniger gefährdet, da sie später in der Nacht und meist schneller wandern. Trotzdem werden viele überfahren und ein Tunnel könnte ganzjährig eine gefahrlose Querung des Waldweges ermöglichen – nicht nur für Amphibien, sondern für eine Vielzahl von Tieren.“ Mehr Infos zum BUND und seiner Arbeit gibt es HIER.

Der BUND Hamburg zieht positive Bilanz: Über 3600 Tiere am Waldweg gerettet, eine der dort vertretenen Arten ist der Moorfrosch, der als Balzkleid auch gerne mal Blau trägt.

Zum Hintergrund:

Kröten, Frösche und Molche wandern im Frühjahr aus ihren Landlebensräumen zu Gewässern, um dort ihre Eier abzulegen. Über den Waldweg wandern sechs Arten: Erdkröten, Grasfrösche, Grünfrösche, Moorfrösche, Teichmolche und Kammmolche. Die Larven entwickeln sich im Wasser und gehen danach als fertige Tiere zurück an Land. Amphibien sind vielen Gefahren ausgesetzt. Die Zerschneidung der Landschaft und die extremen Klimaveränderungen sind nur ein Teil davon. Dass die Population an den Volksdorfer Teichwiesen (gegen den Trend) wächst, ist das Ergebnis von aktivem Amphibienschutz. Solche Orte müssen besonders geschützt und verbessert werden, da von hier auch Gebiete wiederbesiedelt werden können, wo Frösche und Kröten lokal ausgestorben sind.

Aufmacherbild: Ein Grasfrosch, eine der häufigsten Amphibienarten in Deutschland. Fotos: © AdobeStock