Zuhören und oder mitsingen an der Schubert-Linde in Sasel

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Am 29. Juni heißt es um 11 Uhr wieder „Singen an der Linde“ mit dem Männerchor Salia, der vom Saseler Posaunenchor unterstützt wird. Das hat Tradition, denn seit 96 Jahren wird zu Ehren des Komponisten Franz Schubert unter „seiner“ Linde am Saseler Markt gesungen – diesmal übrigens zum ersten Mal an einem Samstag!

Hätten Sie es gewusst? In Sasel steht das wohl älteste Schubert-Denkmal Deutschlands und vermutlich nur eines von zweien in unserem Land überhaupt. Das kam so: Vor knapp 95 Jahren anlässlich des 100. Todestages von Franz Schubert am 19. November 1828 in Wien sang der 1922 in Sasel gegründete Männerchor Salia beim 10. Deutschen Sängerbundfest das Lied „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum“ von Franz Schubert. Der Männerchor erhielt bei diesem Anlass eine Ehrenmedaille mit Schuberts Konterfei. Inspiriert durch diese Veranstaltung entschied sich der Männerchor Salia direkt nach der Heimkehr, in Sasel eine Linde zum Gedenken an Franz Schubert zu pflanzen. Nur etwas später, nämlich 1929, wurde in Leipzig zu Ehren des Komponisten eine 3,8 m hohe Schubert-Stele im König-Albert-Park (heute Clara-Zetkin-Park) aufgestellt.

Während der Feierstunde zur Linden-Pflanzung 1928 (Foto), an der neben dem damaligen Gemeindevorsteher Ernst Winter viele Saseler Bürger teilnahmen, sang der Chor zu Ehren Franz Schuberts wieder sein Lindenbaum-Lied. Noch oft danach trafen sich der Männerchor Salia und der Frauenchor Sasel unter dem Lindenbaum, um dort mit interessierten Saseler:innen zu singen. So entstand das mittlerweile traditionelle Schubert-Linde-Singen, das ab 2023 einmal jährlich im Zuge der OPEN-AIR Sommer-Konzerte vom Sasel-Haus veranstaltet wird.

Franz Schubert (31. Januar 1797 – 19. November 1828) gilt heute als der bedeutendste Wiener Komponist seiner Zeit und als der bedeutendste Musik-Romantiker, der neben einer Fülle von Liedern auch Streichquartette, Sinfonien und große Orchesterwerke geschaffen hat. HIER geht es zu einem sehr guten und interessanten Artikel über Schubert im Deutschen Ärzteblatt, 1997.

Noch mehr Fakten:

Schubert-Stein an der Schubert-Linde in Sasel, geschaffen vom Hamburger Bildhauer Thomas Darboven.

2006 gestaltete der Verein „Unser Sasel“ dank öffentlicher und privater Sponsoren den Platz rund um die Linde um. Zusätzlich ermöglichte eine Spende des Ehepaares Pfaue, den Hamburger Bildhauer Thomas Darboven mit der Herstellung dieses Schubert-Reliefs an dem besonders harten Findling „Schwarzer Schwede“ zu beauftragen. Bei der Einweihung der „Schubert-Linde-Gedenkstätte“ am 03. Dezember 2006 wurde die Bedeutung der Linde, die seit Jahrhunderten Zentrum des dörflichen Lebens war, als Symbol für Wahrheit, Gerechtigkeit und Versammlungsfreiheit hervorgehoben. Eine Linde kann über 1.000 Jahre alt werden und früher hieß es: „Wer Hand an die Linde legt, dem wird sie abgehackt.“ Quelle: Gedenktafel

Mehr Infos zum Männerchor Salia – der sich über neue Mitstreiter freut – gibt es HIER.

Aufmacherfoto: Feierstunde – 1928 pflanzte der Männerchor Salia zu Ehren Franz Schuberts eine Linde am Saseler-Markt. Seitdem gibt es dort bis heute einmal im Jahr ein offenes Singen. © Archiv Männerchor Salia